Vitamin C als Erkältungskiller untauglich

11. Juli 2005, 13:00
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Neue Meta-Studie stellt keinen prophylaktischen Effekt von Vitamin C gegen Erkältungen fest - Krankheit kann sich aber verkürzen

Canberra - Die Einnahme von Vitamin C kann Erkältungen nicht verhindern. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommt eine aktuelle Untersuchung von Robert Douglas von der Australian National University und Harri Hemilä von der University of Helsinki. Damit verliert das Werk von Linus Pauling "Vitamin C and the common cold", das in den 1970ern ein Bestseller war und den Mythos des Vitamin C's als Erkältungsmittel etablierte, völlig an Bedeutung. Die Ergebnisse der Studie sind in der aktuellen Ausgabe von PLoS Medicine erschienen.

Die beiden Forscher analysierten 55 Studien der vergangenen 65 Jahre, in denen die Wirksamkeit von Vitamin C getestet wurde. In allen Untersuchungen wurde einer Gruppe von Probanden je 200mg Vitamin C täglich verschrieben, während die Kontrollgruppe nur ein Placebo erhielt. Nach Abschluss der eingehenden Analyse konnten die beiden Forscher jedoch keine prophylaktischen Effekte von Vitamin C gegen Erkältungen nachweisen. "Die regelmäßige Einnahme von Vitamin C hat keine schützende Wirkung gegen Erkältungen und keinerlei beziehungsweise nur geringe Auswirkungen auf den Verlauf einer Erkältung", erklärten die Experten.

Lediglich bei Menschen, die extremer Kälte oder körperlichem Stress ausgesetzt sind wie etwa Skifahrer, Soldaten oder Marathon-Läufer, reduzierte das Vitamin die Häufigkeit von Erkältungen um die Hälfte. Allerdings beeinflusst die Einnahme die Dauer der Erkrankung. Bei Erwachsenen verkürzte sie die Krankheitsdauer durchschnittlich um acht, bei Kindern um 14 Prozent. (pte/APA)

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