Vizepräsident beklagt Druck auf Regierung

2. Juli 2005, 16:00
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Verfahren gegen Saddam Hussein verzögert

Bagdad/Kairo - Der irakische Vizepräsident Adil Abdul Mahdi hat sich über Verzögerungen im Verfahren gegen Ex-Diktator Saddam Hussein beklagt. Es gebe sowohl im Irak als auch aus dem Ausland Druck auf die Regierung mit dem Ziel, den Prozessbeginn aufzuschieben. "Wir werden aber jeder Form von Druck trotzen, gleichgültig ob dieser von innen oder von außen kommt, und wir werden die Rechte unseres Volkes verteidigen", sagte der schiitische Politiker am Mittwoch im staatlichen TV-Sender "Al Irakiya". Der ehemalige irakische Präsident und dessen Clique müssten so schnell wie möglich vor Gericht gestellt werden. "Wir haben tonnenweise Dokumente, die seine Verbrechen beweisen", fügte Abdul Mahdi hinzu.

Die US-Regierung soll sich aus einer ganzen Reihe von Gründen gegen einen raschen Beginn des Saddam-Hussein-Prozesses ausgesprochen haben. Unter anderem wird befürchtet, das Verfahren könnte die für diesen Sommer vorgesehene Ausarbeitung einer neuen Verfassung behindern, außerdem könne der Prozess gegen den Sunniten Saddam zu verstärkten Aktivitäten der sunnitischen Aufständischen führen. Mit dieser Haltung haben sich die Amerikaner von einigen Kreisen im Irak den Vorwurf eingehandelt, sie befürchteten, Saddam könne vor Gericht Geheimnisse preisgeben, die für Washington unangenehm seien. Saddam Hussein war zuletzt am 12. Mai dem Untersuchungsrichter vorgeführt worden. (APA/dpa)

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