Medizin: "First come, first serve"-Prinzip

7. Juli 2005, 15:12
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Unklarheit über Inskriptionsregelung - Was passiert mit den Studierenden, die schon vor dem 7. Juli inskribiert haben?

Über die genauen Inskriptionsmodalitäten an den österreichischen Universitäten im Zusammenhang mit dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) über die Zulassungsbeschränkungen an den Unis herrscht noch Unklarheit. Wie mit jenen Studenten umgegangen wird, die bereits vor dem für 7. Juli erwarteten Urteil bzw. einer damit verbundenen Gesetzesänderung mit der Ermächtigung für die Unis, Kapazitätsgrenzen einzuziehen, inskribiert haben, sei noch offen, meinte Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) am Dienstag.

Gespräche über unklare Fragen

Auch die Rektorenkonferenz (ÖRK) betonte, dass diese Frage noch nicht geklärt und Gegenstand von Gesprächen mit dem Ministerium sei. An einigen österreichischen Universitäten beginnt bereits in der kommenden Woche die Zulassungsfrist - so etwa an der Universität Wien (4. Juli), der Medizin-Universität Wien (4.Juli), der Technischen Universität Wien (4. Juli) und der Wirtschaftsuniversität (WU) Wien (5. Juli). Die Frage dreht sich darum, ob jene Studenten, die bis zur gesetzlichen Neuregelung bereits immatrikuliert haben, sich trotzdem etwaigen nachträglich beschlossenen Aufnahmsprüfungen unterziehen müssen.

An Med-Uni Wien gilt Beschränkung

An der Medizin-Universität Wien stellt sich diese Frage gar nicht: Dort gilt bereits ab dem Inskriptions-Beginn am 4. Juli das "First Come, first Serve"-Prinzip, hieß es auf APA-Anfrage - sprich: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Demnach soll bereits im ersten Studienabschnitt die Zahl der Studienplätze für Praktika und Übungen auf 1.560 beschränkt und nach der Reihenfolge der Anmeldung vergeben werden. Der 1.561. Interessent wird zwar aufgenommen, erhält aber keinen Platz im Kleingruppen-Unterricht. Der Besuch von Vorlesungen steht damit weiter allen Studenten offen - die für das Erreichen des nächsten Abschnitts nötige Absolvierung der Praktika aber nicht.

Die Zeit drängt

Für etwaige Numerus-clausus-Flüchtlinge aus Deutschland könnte es daher ernst werden. Die Plätze könnten schon vor dem für den 8. Juli geplanten In-Kraft-Treten des neuen Gesetzes vergeben sein.

Trotzdem gebe es keinen Grund, vor Inskriptionsbeginn am 4. Juli vor der Studienabteilung zu campieren, hieß es aus der Universität. Die Online-Vorerfassung läuft bereits seit 13. Juni - nur wer mit dem im Zuge dieses Verfahrens ausgegebenen Erlagschein bezahlt und eine Bestätigung darüber hat, kann sich am 4. Juli mit den Original-Dokumenten inskribieren. Ab 07.00 Uhr früh werden dafür Nummern ausgegeben.

Nach derzeitigem Stand der Online-Vorerfassungen gebe es aber keine Gefahr, dass die bisher Vorerfassten keine Plätze bekommen könnten, hieß es weiter. Die zur Verfügung stehenden 1.560 Plätze würden um rund 100 über dem Studienanfänger-Schnitt der vergangenen drei Jahre liegen. (APA)

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