750.000 Menschen durch Häuserzerstörungen erwerbslos

27. Juli 2005, 21:15
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Regierung Mugabe: "Ziel ist Eindämmung der Kriminalität und Sorgen für Ordnung"

Harare - Rund 750.000 Menschen sind durch die Zerstörung von Häusern in Elendsvierteln in Simbabwe im Zuge einer umstrittenen "Säuberungsaktion" erwerbslos geworden. Dies gab das "Human Rights NGO Forum", ein Zusammenschluss von Nicht-Regierungs-Organisationen, am Samstag in der simbabwesischen Hauptstadt Harare bekannt. Diese Zahl sei ein vorsichtige Schätzung; die eigentliche Zahl der Betroffenen könnte viel höher sein, hieß es.

Polizei und Miliz in Simbabwe haben seit mehr als fünf Wochen Häuser, Verschläge und Marktstände von bis zu 1,5 Millionen Menschen zerstört und sie somit der Kälte des Süd-Winters überlassen. Als Begründung gab die Regierung von Robert Mugabe an, die Kriminalität eindämmen und für Ordnung sorgen zu wollen. Mindestens 300.000 Menschen sind dadurch obdachlos geworden.

Die UNO-Sondergesandte Anna Tibaijuka hatte sich in den vergangenen Tagen mit der Zustimmung Mugabes in Simbabwe aufgehalten, um sich ein Bild der Lage in dem Land zu machen. Tibaijuka sagte dem britischen Rundfunksender BBC, die Regierung hätte größere Anstrengungen unternehmen müssen, um die Bevölkerung bei der Aktion zu schützen.

Die Oppositionsbewegung für Demokratischen Wandel (MDC) hat der Regierung vorgeworfen, sie unternehme eine Strafaktion gegen Anhänger der Opposition. Vor allem Menschenrechtsgruppen und Kirchen haben das Vorgehen heftig kritisiert. (APA/dpa)

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    Ausschnitt aus einem Video einer Menschenrechts- organisation: Obdachlose Kinder in Harare

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