Noch keine Kampfmaßnahmen

8. Juli 2005, 15:51
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Polizeigewerkschaft will geltende Dienstzeitsysteme beibehalten

Wien – „Im Wesentlichen sagen wir, dass die derzeitigen Dienstzeitsysteme ohne Flexibilisierung beibehalten werden sollten“, stellt Franz Pail von der Polizeigewerkschaft klar. Allerdings: „Reden kann man über alles“, gibt sich der FSG-Mann am Dienstag nach Gesprächen mit Innenministerin Liese Prokop vorsichtig gesprächsbereit.

Abrufbarer Beschluss

Bis kommenden Montag, wenn auf Beamtenebene weiterverhandelt wird, werde es jedenfalls keine Kampfmaßnahmen geben – der dafür von der Gewerkschaft öffentlicher Dienst gefasste Vorsorgebeschluss sei aber „jederzeit abrufbar“.

Die so genannte Flexibilisierung ist der Hauptpunkt des Streites zwischen Gewerkschaft und Innenministerin. Nach einem Probebetrieb im vergangenen Jahr zeigte sich, dass das Gendarmeriesystem nicht so einfach auf den städtischen Polizeibereich übertragbar ist.

Grundsätzlich bleiben daher Unterschiede zwischen den Dienstzeitsystemen der ehemaligen Gendarmerie und der Polizei noch erhalten. Allerdings sollen die Beamten, vor allem in Wien, deutlich weniger gut als bisher planen können, wann sie frei haben. Genau das empört die Gewerkschaft, die vor allem auf die Pendlerproblematik hinweist.

Viele Polizisten aus den Bundesländern hätten mit deutlich höheren Kosten zu rechnen, wenn sie statt einem längeren zu mehreren kurzen Diensten antreten müssten. Dazu fürchten die Personalvertreter auch mögliche finanzielle Einbußen durch weniger Überstunden. (moe, DER STANDARD Printausgabe, 29.06.2005)

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