Ausstieg im Bieterbewerb um Budapest

12. Juli 2005, 15:23
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Nun bemüht man sich um den nur rund 70 Kilometer von Wien entfernten slowakischen Flughafen Bratislava-Pressburg

Wien - Der Flughafen Wien-Schwechat hat nach anfänglichem Interesse nun doch kein Angebot für den zur Privatisierung stehenden Flughafen Budapest-Ferihegy gelegt. "Wir fokussieren uns derzeit ausschließlich auf Bratislava", begründete Flughafensprecher Hans Mayer die Entscheidung am Dienstagnachmittag im APA-Gespräch.

Der Flughafen Wien bemüht sich - ebenso wie die Austrian Airlines-Gruppe - in einem Konsortium um den nur rund 70 Kilometer von Wien entfernten slowakischen Flughafen Bratislava/Pressburg, der ebenfalls privatisiert wird. Eine offizielle Ausschreibung für dieses Projekt soll im Lauf des Sommers erfolgen, der Verkauf könnte noch in diesem Jahr abgeschlossen werden.

Elf Interessenten bleiben

Insgesamt haben elf Bieter ihr Interesse an einer mehrheitlichen Übernahme des Budapester Flughafen bekundet, berichtet die ungarische Presseagentur MTI. Dienstag, endete die Bieterfrist. Bis zum 12. Juli will die ungarische Privatisierungsagentur APV bekanntgeben, welche Kandidaten sich für die abschließende Bieterphase qualifiziert.

Offiziell nannte APV heute keine Namen von Bietern. Eine Reihe von Unternehmen hatten bereits im Vorfeld offen ihr Interesse bekundet oder waren von Medien genannt worden. Dazu zählen der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport, der deutsche Baukonzern Hochtief, der britische Flughafenbetreiber BAA (London Heathrow), der dänische Flughafenbetreiber CPH International, die spanische Albertis or Ferrovial, die Changi-Bechtel-Gruppe, Ave (Italien), Macquarie (Australien) oder Euroinvest, die Gesellschaft des ungarischen Millionärs Sandor Demjan.

Die ungarische Regierung will zunächst knapp 75 Prozent des bisher staatlichen Flughafenbetreibers APV privatisieren. Nach der nunmehr abgeschlossenen so genannten "Präqualifizierungsphase" beginnt das eigentliche Bieterverfahren. Verbindliche Anbote müssen bis 2. November gestellt werden.

Die Konditionen

Der Kaufpreis für das Aktienpaket muss auf einmal und in bar bezahlt werden. Es werden nur Angebote von Bietern akzeptiert, die zumindest einen Flughafen mit einem jährlichen Passagieraufkommen von mindestens 10 Millionen Fluggästen betreiben und ein Kreditrating von "BBB" bei Standard & Poor's oder "Baa3" bei Moody's vorweisen können. Die Bieter müssen außerdem über ein Nettovermögen oder liquide Mittel in Höhe von 2 Mrd. Euro verfügen. Darüber hinaus müssen die Interessenten deklarieren, ob sie sich an der Privatisierung des Flughafens Bratislava/Pressburg beteiligen.

Der Flughafen Budapest-Ferihegy beförderte 2004 rund 6,5 Millionen Fluggäste, um 28,6 Prozent mehr als im Jahr davor. Für Wachstum sorgten insbesondere Billigflug-Gesellschaften, die schon eine Million Fluggäste beförderten. Für 2005 wird ein Passagierplus von 18 Prozent erwartet, das Frachtvolumen soll um 10 Prozent zulegen. (APA)

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    foto: standard/urban
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