Olympiaträume für Konkurrenten geplatzt

1. Juli 2005, 08:07
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Östersund tritt nicht an – Land übernimmt Bewerbungskosten für Salzburg

Salzburg – Im Ringen um den Zuschlag für die Olympischen Winterspiele 2014 hat die Stadt Salzburg einen potenziellen Konkurrenten weniger. Laut Berichten in schwedischen Zeitungen ist die Bewerbung der Stadt Östersund gescheitert. Damit ist neben Salzburg noch Pyeongchang (Südkorea), Harbin (China), Sofia (Bulgarien) und Borjomi (Georgien) im Rennen. Abgabeschluss für die Kandidaturen beim Internationalen Olympischen Komitee ist der 28. Juli. Die Entscheidung über den Zuschlag für die Winterspiele fällt Mitte 2007 in Guatemala.

Wasser auf Salzburger Mühlen

Anders als die Österreichische Bundesregierung, die wie das Land Salzburg nach dem Olympia-Gipfel vom Montag 40 Prozent eines allfälligen Verlustes abdecken wird, wollte die schwedische Regierung keine Garantie für ein mögliches Defizit übernehmen. Der Ausstieg Schwedens dürfte Wasser auf die Mühlen der Salzburger Olympiagegner sein: Während die Salzburger Olympiawerber bei Winterspielen Gewinne versprechen, kalkulieren die Schweden ein kleines Defizit von bis zu 745.000 Euro.

Besser als für Östersund läuft es indes aus Sicht der Landeshauptstadt Salzburg und der Pongauer Olympiagemeinden. Laut Landeshauptfraustellvertreter Wilfried Haslauer (VP) wird der Tourismusförderungsfonds des Landes 600.000 Euro in die Kandidatur für die Winterspiele 2014 investieren. Damit würde sich der Anteil der Stadt Salzburg und jener der Skigemeinden im Pongau um jeweils 300.000 Euro reduzieren. Salzburg muss also nur noch 900.000, die Austragungsgemeinden nur noch 1,2 Millionen Euro für die neuerliche Bewerbung ausgeben.

Kein Standort für Olympisches Dorf

Kritik an der Kandidatur für 2014 kommt einmal mehr von der parteifreien Gemeinderätin Elisabeth Promegger. Sie bemängelt, dass die Gemeinderäte zwar am 6. Juli über den neuerlichen Anlauf für Olympia abstimmen sollen, aber bis dato keinerlei Einsicht in die Bewerbungsunterlagen nehmen könnten. So sei beispielsweise bis heute unklar, wo das Olympische Dorf errichtet werden soll. Der ursprüngliche Plan von Bürgermeister Heinz Schaden (SP), die Olympiasiedlung auf einem Kasernengelände im Flachgauer Elsbethen zu bauen, ist von der Elsbethener Gemeindevertretung abgelehnt worden. (neu, DER STANDARD Printausgabe, 29.06.2005)

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