Grazer Forscher untersuchen Einfluss von Elektrosmog auf den Schlaf

6. Juli 2005, 10:13
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Messungen werden direkt in Schlafräumen durchgeführt

Im Rahmen der Electrosensitives Protected Sleep-Schlafstudie (EPROS) untersuchen Wissenschafter der Technischen Universität Graz den Zusammenhang zwischen elektromagnetischen Feldern und Schlafstörungen. Die Forscher um den Elektrosmog-Experten Norbert Leitgeb vom Institut für Krankenhaustechnik der TU Graz messen direkt in den Schlafräumen der Betroffenen. Im Zuge des deutschen Mobilfunk-Forschungsprogramms hat das Deutsche Bundesamt für Strahlenschutz die Grazer Forscher nun beauftragt, das einzigartige Studiendesign auch in Deutschland anzuwenden.

Zwölf Nächte lang

Insgesamt dauern die Messungen zwölf Nächte lang. Die Wissenschaftler überwachen dabei den Schlaf der Probanden per Elektroenzephalogramm (EEG), zeichnen die Herztätigkeit auf und halten die Bewegungen der Augen mit Hilfe eines Elektro-Okulogramms fest. Parallel dazu wird die herrschende Elektrosmog-Zusammensetzung überwacht. Damit kann sofort festgestellt werden, ob und wie groß der Anteil des Mobilfunks tatsächlich ist, oder ob andere Ursachen vorliegen.

Mobilfunkmasten

"Wir untersuchen in unserer Studie die Frage, ob hochfrequente elektromagnetische Felder, insbesonders jene von Mobilfunkmasten, Schlafstörungen verursachen können", erklärt Leitgeb. Da die Untersuchung kostenlos und direkt in den Schlafräumen durchgeführt wird, war das Interesse der Bevölkerung in Österreich dementsprechend groß. Leitgeb weist außerdem darauf hin, dass bei den Messungen keine zusätzlichen elektromagnetischen Felder erzeugt werden, sondern die Reaktion auf deren Abschirmung untersucht wird. Erste Ergebnisse der EPROS-Studie, die in Österreich vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie und vom Lebensministerium gefördert wird, sollen Anfang 2006 präsentiert werden.

Das Institut für Krankenhaustechnik weist außerdem daraufhin, dass Personen, die ihre Schlafstörungen auf Sendeanlagen zurückführen, sich ab sofort beim Institut unter norbert.leitgeb@TUgraz.at melden können.(pte)

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