Niedrigste Erwerbsquote bei 55- bis 64Jährigen in Österreich

12. Juli 2005, 14:59
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Gehaltsanstieg unter OECD-Schnitt - BIP soll heuer um 1,9 Prozent und 06 um 2,3 Prozent wachsen

Paris/Wien - Die Bemühungen, ältere Menschen länger im Arbeitsprozess zu halten, haben laut OECD-Statistik in Österreich bisher keinen Erfolg gezeigt. Mit einer Erwerbsquote von nur 28,7 Prozent bei den 55- bis 64-Jährigen (2004) hält Österreich im gesamten OECD-Raum von 30 Staaten den letzten Platz. Im Durchschnitt der EU-15 liegt in dieser Altersgruppe die Erwerbsquote bei 44,6 Prozent, in der gesamten OECD bei 53,1 Prozent.

Die Integration der über 55-Jährigen in den Arbeitsprozess ist beim westlichen Nachbarn wesentlich höher: In der Schweiz liegt die Erwerbsquote der 55- bis 64-Jährigen bei 67,3 Prozent, in Schweden gar bei 73,1 Prozent. Auch in den USA stehen mit 62,3 Prozent noch fast zwei Drittel im Erwerbsleben.

Mäßiges Wachstum bei Gehältern

Bei der Entwicklung der Gehälter liegt Österreich unter dem Durchschnitt der 30 OECD-Staaten. Das "mäßige Wachstum" im gesamten OECD-Raum von 2,9 (2003) und 3,1 Prozent (2004) wurde in Österreich mit 1,8 (2003) und 2,2 (2004) noch unterschritten. Auch für heuer und nächstes Jahr wird für Österreichs Arbeitnehmer ein unterdurchschnittliches Gehaltswachstum von 2,3 (OECD 2005: 3,2) Prozent und 2,2 (OECD 2006: 3,3) Prozent erwartet.

In Irland (2005 und 2006: jeweils plus 4,9 Prozent) und Großbritannien (2005: 5,2 und 2006 plus 4,7 Prozent) steigen die Gehälter im Durchschnitt wesentlich stärker als in Österreich. In Deutschland ist mit 0,1 (2005) und 0,6 Prozent (2006) hingegen ein geringeres Gehaltswachstum zu verzeichnen.

Rezession in Italien

Bei der Konjunkturprognose bestätigt der Beschäftigungsausblick die jüngsten OECD-Zahlen vom Mai. Demnach soll das BIP in Österreich heuer um 1,9 Prozent und 2006 um 2,3 Prozent wachsen. Hohe Wachstumsraten werden für die Slowakei (2005 4,8 und 2006 5,7 Prozent) und für die Türkei (2005 6,3 und 2006 6,1 Prozent) prognostiziert. Italien wird laut OECD heuer mit minus 0,6 Prozent in eine Rezession schlittern, 2006 aber wieder 1,1 Prozent BIP-Wachstum aufweisen. Deutschland soll heuer um 1,2 und nächstes Jahr um 1,8 Prozent wachsen. (APA)

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