Deutsche Börse/LSE: Abgesagte Fusion findet statt - am Kartellamt

12. Juli 2005, 11:58
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Deutsches Kartellamt genehmigt Fusion - Unternehmen haben die Anmeldung aufrechterhalten - Auch britische Kartellbehörde prüft noch

Frankfurt - Das deutsche Kartellamt hat am Dienstag den Zusammenschluss der Deutschen Börse AG mit der London Stock Exchange (LSE) genehmigt. Das Kartellamt gab grünes Licht, obwohl der Frankfurter Börsenbetreiber seine Übernahmepläne für die Londoner Börse längst aufgegeben hat.

Das Kartellamt habe den Zusammenschluss von Deutscher Börse und LSE frei gegeben, teilte die Behörde am Dienstag mit. "Die Unternehmen haben die Anmeldung aufrechterhalten, obwohl die DBAG das Übernahmeangebot zwischenzeitlich zurückgenommen hat", erläuterten die Wettbewerbshüter. Die Genehmigung eines Zusammenschlusses begründete das Kartellamt unter anderem damit, dass eine Verschlechterung der Wettbewerbssituation im Aktienhandel im Falle einer Fusion nicht zu erwarten sei, da beide Firmen auf räumlich getrennten Märkten tätig seien.

Entscheidung des britischen Kartellamts in wenigen Wochen

Ein Sprecher der Deutschen Börse sagte dazu: "Wir begrüßen die Entscheidung des Bundeskartellamtes, das einen möglichen Zusammenschluss freigegeben hat." Die Börse hatte zwar ihre Kaufpläne auf Druck von Aktionären aufgegeben, die Aufsichtsbehörden in Großbritannien und Deutschland aber gebeten, mit den Prüfungen fortzufahren. Eine Entscheidung der britischen Kartellbehörde, die eine mögliche Übernahme weiterhin untersucht, wird in wenigen Wochen erwartet. (APA/Reuters)

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