Cimoszewicz kandidiert doch für Präsidentenamt

28. Juli 2005, 13:43
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Parlamentspräsident revidierte ursprüngliche Entscheidung - Gilt als einziger gewichtiger Kandidat der Linken

Warschau - Der polnische Parlamentspräsident Wlodzimierz Cimoszewicz wird bei der Präsidentenwahl antreten. "Ich habe mich dazu entschlossen", sagte Cimoszewicz am heutigen Dienstag. Der Vorsitzende des Parlaments (Sejm), Wlodzimierz erklärte, dass er zum ersten Mal eine früher getroffene Entscheidung geändert hat. Seine Meinungsänderung wurde durch "unzählige Stimmen der Polen" beeinflusst.

Gegenteilige Ankündigung

Mitte Mai gab Cimoszewicz bekannt, dass er nicht um den Präsidentenposten kämpfen und sich aus dem politischen Leben zurückziehen werde. Zahlreiche linke Politiker mit Staatspräsident Aleksander Kwasniewski an der Spitze versuchten ihn dann doch zu einem Antreten zu überreden.

Eine Niederlage der linken Parteien bei der Parlamentswahl im Herbst ist eigentlich sicher. Kwasniewski und Co. sind alle der Meinung, dass Cimoszewicz der einzige Kandidat ist, der der Rechten den Weg zur Übernahme der vollen Macht im Staat versperren kann.

27,1 Prozent

Cimoszewicz gab seine Entscheidung offiziell am feierlichen Studienjahresende an der Warschauer Universität bekannt. Die Führung von seinem Wahlkomitee soll Jolanta Kwasniewska, Ehegattin des jetzigen Präsidenten, übernehmen. Der von der linken Regierungspartei SLD unterstützte Cimoszewicz kündigte an, dass er bei der Wahlkampagne keine Partei repräsentieren wird.

Der "Sejm-Marschall" (Parlamentspräsident) hat große Chancen auf einen Wahlerfolg. Nach der neuesten für das polnische Fernsehen produzierten Umfrage des OBOP-Instituts kann er mit 27,1 Prozent der Stimmen rechnen. Dahinter platzierten sich der Kardiologe Zbigniew Religa mit 18,7 Prozent der Unterstützung und der bisherige Anführer des "Präsidenten-Rankings", Lech Kaczynski (16,8 Prozent).

Die Analysten sind der Meinung, dass Cimoszewicz als stärkster Kandidat der Linken fast sicher im zweiten Wahlgang avancieren wird, wo er höchstwahrscheinlich auf den Kandidaten der konservativen Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS), Lech Kaczynski, treffen wird. (APA)

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    Erst Mitte Mai gab Parlamentspräsident Cimoszewicz bekannt, dass er sich aus dem politischen Leben zurückziehen werde. Nun kandidiert er doch.

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