Ureinwohner blockieren Zugang zu Ölfördergebieten in Sibirien

2. Juli 2005, 19:36
1 Posting

Indigene Völker verlangen Umweltverträglichkeitsprüfung

Die Ureinwohner-Gemeinschaften der Niwchen, Nanai, Ewenken, Oroken und Orochen blockierten seit Dienstag auf der Insel Sachalin in Sibirien gemeinsam mit dem Dachverband der indigenen Völker ("Raipon") die Zugangsstraßen zu den Ölfördergebieten. Das teilte ein Sprecher der Ureinwohner der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) in Göttingen telefonisch mit.

Etwa 70 Personen hätten Sperren errichtet und Transparente über die Straßen gespannt, auf denen sie ihre Hauptforderungen kundtun. Sie verlangen von dem vom Ölriesen "Royal Dutch" kontrollierte "Sakhalin Energy Investment Company" eine unabhängigen Umweltverträglichkeitsprüfung und die Einrichtung einer Stiftung für die Bewahrung der Lebensweise der Indigenen.

Die 3.500 Ureinwohner von Sachalin fürchten, dass bei der Erschließung der derzeit größten bekannten Erdgas- und Erdölreserven der Welt auf ihrer Insel schwere Umweltschäden angerichtet werden. Bisherige Pläne würden laut GfBV vorsehen, dass eine Pipeline zahlreiche Flüsse und Bäche durchquert. "Die dort lebenden Ureinwohner protestieren seit Ende 2004 dagegen, dass die Laichgründe der Lachse zerstört, die Flüsse und Bäche verschmutzt und die Wildwechsel und Weidegründe der Rentiere zerschnitten werden", sagte Sprecherin Sarah Reinke. Im Jänner 2005 waren die Forderungen der Indigenen trotz Protesten zurückgewiesen worden. (APA)

Share if you care.