Teams hoffen vor Tribunal auf Milde

4. Juli 2005, 01:16
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FIA-Boss Max Mosley ver­spricht Fairness: "Ausgewogen urteilen" - Reifenproduzent Michelin räumt Fehler ein - Ralf Schumacher wieder fit

Paris - Nach dem gerade noch rechtzeitigen Schuldeingeständnis ihres Reifenpartners hoffen die sieben Michelin-Teams auf Milde vor dem FIA-Tribunal. Doch Max Mosley schloss im Vorfeld der Anhörung vor dem Motorsport-Weltrat am Mittwoch in Paris eine Sperre von ein oder zwei Formel-1-Rennen für die Startverweigerer von Indianapolis nicht aus. "Es gibt auch mehrere andere Möglichkeiten - einen Punkteabzug, eine Geldstrafe oder eine Rüge", sagte der FIA-Präsident.

Ein Freispruch scheint angesichts der verhärteten Fronten und drohender Zivilprozesse nahezu ausgeschlossen. Nachdem mehrere führende Vertreter von McLaren-Mercedes, Williams-BMW, Renault, Toyota, Sauber-Petronas, Red Bull Racing und BAR-Honda unmittelbar nach dem Skandalrennen am 19. Juni Mosley heftig attackiert hatten, schlugen sie jetzt zurückhaltendere Töne an oder schwiegen, um nicht noch mehr Öl ins Feuer zu gießen.

"Jede Geschichte hat zwei Seiten"

Mosley versprach eine faire Beurteilung. "Wir werden uns die sieben Teams anhören. Jede Geschichte hat zwei Seiten", sagte er. "Die Mitglieder des Motorsport-Weltrates kommen aus der ganzen Welt. Sie werden ein Urteil fällen, das fair und ausgewogen ist." Michelins kurzfristiger "Kniefall" könnte für eine gewisse Entspannung sorgen. Die Franzosen räumten in einem langen Statement am Montagabend Fehler ein. "Wir haben die besonderen Anforderungen, die in diesem Jahr auf die Reifen in Kurve 13 des Indianapolis Motor Speedway einwirkten, unterschätzt", sagte ihr Motorsportdirektor Pierre Dupasquier. Die Pneus hätten keinen generellen Fehler aufgewiesen, seien aber den extremen Bedingungen nicht gewachsen gewesen.

So erhielt Ralf Schumacher nach einem schweren Unfall im Freitagstraining wegen eines geplatzten Reifens Startverbot. Auch bei anderen Piloten lösten sich Hinterreifen auf. Dies führte nach langen Streitereien und gegenseitigen Schuldzuweisungen schließlich auf Anraten von Michelin zum Startverzicht der sieben Teams, da die Sicherheit nicht gewährleistet sei. Michael Schumacher fiel angesichts fehlender ernsthafter Konkurrenz im Minifeld der sechs mit Bridgestone-Pneus ausgestatteten Boliden sein erster Saisonsieg leicht. Der Weltmeister bat um Milde für seine Widersacher: "Die sind genug gestraft."

Ralf "hundertprozentig fit"

Sein Bruder Ralf rechnet sich für den GP von Frankreich einiges aus. "Ich bin hundertprozentig fit und kann es nicht erwarten, zurück ins Cockpit zu steigen", sagte der Toyota-Pilot. Grund zum Feiern hat er unabhängig von der Anhörung in Paris und dem Ausgang des zehnten Saisonlaufs auf jeden Fall: Am Donnerstag wird der Wahl-Salzburger 30 Jahre alt. (APA/dpa)

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    Um das Runde dreht es sich.

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