US-Börsenaufsicht nimmt IBM unter die Lupe

6. Juli 2005, 10:15
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Wegen Quartalsbericht - Unternehmen kündigt "bereitwillig" Unterstützung an

Die US-Börsenaufsicht SEC untersucht nach Angaben des Computerkonzerns IBM die Hintergründe seines enttäuschenden Quartalsberichts, der im April die Anleger weltweit geschockt hatte. IBM werde die Securities and Exchange Commission (SEC) bei ihren Ermittlungen bereitwillig unterstützen, teilte der weltgrößte Computerhersteller am Montag in einer knappen Erklärung mit.

Informelle Untersuchung

Die SEC habe IBM darüber informiert, dass die nun begonnene informelle Untersuchung kein Hinweis auf Gesetzesverstöße sei. Die Nachforschungen der Aufsichtsbehörde konzentrierten sich auf eine umstrittene IBM-Mitteilung Anfang April zu Aktienoptionen für IBM-Mitarbeiter und dem neun Tage später veröffentlichten Quartalsbericht. Die SEC lehnte einen Kommentar ab. IBM-Aktien fielen nachbörslich um 1,2 Prozent und lagen nur knapp über dem Zweieinhalb-Jahres-Tief.

Weit hinter den Erwartungen

Die am 14. April vorgelegten Quartalszahlen waren weit hinter den Erwartungen der Börse zurückgeblieben. Zuvor hatte IBM angekündigt, Aktienoptionen für seine Mitarbeiter künftig als Ausgaben verbuchen zu wollen. Diese Mitteilung habe anfänglich verschleiert, in welchem Ausmaß die Ergebnisziele tatsächlich verfehlt wurden, hieß es unter Analysten. Einige von ihnen hätten nach der Ankündigung größere Effekte der Optionenbilanzierung auf das Ergebnis erwartet.

Erklärung

Wenn die Erklärung zu den Optionen eindeutig gewesen wäre, hätten Analysten ihre Vorhersagen im Vorfeld des Quartalsberichts wohl nicht so stark reduziert und die Zahlen wären noch weiter hinter den Erwartungen zurückgeblieben, sagten Experten. Mehrere Analysten sahen sich daher getäuscht. Ein Branchenexperte bezeichnete das Vorgehen von IBM damals als "Hokuspokus".

Rückschlag

Die Ergebnisse des ersten Quartals hatten um fünf Cent pro Aktie unter den durchschnittlichen Erwartungen der Analysten gelegen - ein ohnehin schon großer Rückschlag für das in Armonk im US-Bundesstaat New York ansässige Unternehmen. Viele Analysten sagten, nachdem sie die Bilanzierung der Optionen vollends verstanden hatten, das Ergebnis sei tatsächlich sogar um neun Cent je Aktie hinter den Prognosen zurückgeblieben. Chris Whitmore, Analyst bei Deutsche Bank Securites, betonte, das Vorgehen habe der Glaubwürdigkeit des IBM-Managements geschadet. Dieser Makel hafte noch immer an IBM.(APA/Reuters)

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