Putzen und schrubben: Der Westen tut es öfter

1. Juli 2005, 21:14
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Umfrage-Ergebnisse: Frauen waschen gern Wäsche, Männer hassen das Bügeln - Mit Grafik

Am Hausputz scheiden sich die Geister: Westösterreicher tun es öfter als die Bewohner im Osten des Landes, Junge sind tendenziell schlampiger als die ältere Generation, haben Meinungsforscher herausgefunden. Hygiene in Küche, Bad und WC ist immerhin fast der Hälfte der Österreicher "extrem wichtig". Sonst drücken viele schon einmal ein Auge zu.

Ganz egal ist das Thema niemandem, haben Wasch- und Reinigungsmittelhersteller 2004 doch saubere 274 Millionen Euro Umsatz gemacht, weiß Branchenexperte Christian Laske. Spectra Marktforschung hat dazu im Auftrag der Branchenplattform haushalt.aktiv und von Erdal im April 2005 eine bundesweite, repräsentative Studie mit 500 Telefoninterviews durchgeführt.

Westösterreich am fleißigsten

Westösterreich ist demnach am fleißigsten: In Salzburg, Tirol und Vorarlberg wird am meisten geputzt, und bei mehr als der Hälfte der Befragten "sehr gründlich". In Oberösterreich dagegen reicht der Studie zufolge für fast drei von zehn Umfrageteilnehmern eine oberflächliche Reinigung aus. Die Einstellung zum Hausputz hängt auch stark vom Alter ab. Die "Jungen" bis 29 Jahre sind deutlich öfter der Meinung, dass oberflächliche Sauberkeit genügt, jede(r) Zehnte sagt sogar selbstbewusst: "Ich hin schlampig und stehe dazu".

Der Favorit fast aller Befragten ist der Geschirrspüler (der händische Abwasch gehört zu den unbeliebten Tätigkeiten). Kochen nimmt Platz zwei in der Hitliste der gefragtesten Tätigkeiten ein. Jede zweite Österreicherin und jeder dritte Österreicher kocht "sehr gerne", 28 Prozent "gerne". In Wien sind es sogar mehr als drei Viertel, die mit Eifer den Kochlöffel schwingen. In der Fraktion der Koch-Verweigerer - 14 Prozent lehnen es ab - ist der Anteil der Männer hoch, von denen mehr als ein Fünftel nicht brutzeln oder garen mag. Die größten Kochmuffel sind in Niederösterreich und dem Burgenland Zuhause.

Große Unterschiede nach Geschlechtern

Während acht von zehn Frauen gerne Wäsche waschen, kommt diese Hausarbeit nur bei einem von drei Männern gut an. Dann das Mittelfeld: Platz vier der Beliebtheitsskala geht ans Staubsaugen, ex aequo gefolgt von Küche und Bad putzen, Staub wischen, Boden wischen, händisch abwaschen und Schuhe putzen. Nach Geschlechtszugehörigkeit ergeben sich teilweise aber große Unterschiede: Schuhe putzen mögen nur die Männer (Platz vier auf der Beliebtheitsskala), bei den Frauen rangiert es an der vorletzten Stelle von 15.

Die Negativ-Aufgaben: Die unbeliebteste Hausarbeit ist der Feinputz. Silberbesteck und Gläser polieren, damit können sich nur 18 Prozent anfreunden. Klo putzen - Rang zwei auf der Minusliste - ist bei Jüngeren besonders unbeliebt. Darauf folgt Fenster putzen, das vor allem die Wiener nicht leiden können. Generell haben saubere Fenster in kleinen Gemeinden einen positiveren Stellenwert als in den Städten.

Nur geringfügig besser werden Bügeln und Vorhänge waschen beurteilt. Sie teilen sich Platz vier bei den unbeliebtesten Haushaltstätigkeiten. Geht es aber nach den Männern, ist Bügeln die unbeliebteste Arbeit überhaupt: 70 Prozent lehnen es ab. (APA)

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    Freud und Leid bei der Hausarbeit

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