"Schlafräuber" Elektro-Smog unter der Lupe

6. Juli 2005, 12:56
6 Postings

Grazer Forscher untersuchen Zusammenhang zwischen Schlafstörungen und Elektrosmog-Belastung - Deutsche Probanden gesucht

Graz - Den Zusammenhängen von Schlafstörungen und möglicher Elektrosmogbelastung geht eine Studie an der Technischen Universität Graz nach. Ab sofort können auch deutsche Staatsbürger unter Beobachtung von Forschern des Instituts für Krankenhaustechnik für wissenschaftliche Zwecke schlummern: Das deutsche Bundesamt für Strahlenschutz hat die Grazer Forscher beauftragt, das Design der EPROS (Electrosensitives Protected Sleep)-Studie auch in Deutschland anzuwenden.

Um den Zusammenhang zwischen elektromagnetischen Feldern und Schlafstörungen zu untersuchen, misst das Forscherteam um den Biomediziner Norbert Leitgeb bereits seit einigen Monaten in österreichischen Schlafzimmern. "Wir untersuchen in unserer Studie die Frage, ob hochfrequente elektromagnetische Felder, insbesondere jene von Mobilfunkmasten, Schlafstörungen verursachen können", erklärt der Projektleiter.

Das Studiendesign der Forschergruppe ist bisher einzigartig: "Wir gehen mit unserer Untersuchung erstmals direkt zu den Menschen und führen die Messungen in deren gewohntem Umfeld durch. Dabei erzeugen wir nicht zusätzliche elektromagnetische Felder, sondern untersuchen die Reaktion auf deren Abschirmung", schildert Leitgeb. Im Rahmen des deutschen Mobilfunk-Forschungsprogrammes können sich ab sofort auch Personen aus Deutschland, die ihre Schlafstörungen auf nahe Sendeanlagen zurückführen, an der TU Graz melden. Schlafen dürfen auch sie weiterhin in ihren gewohnten Betten.

Zwölf Nächte lang Messungen im Schlaf

Zwölf Nächte lang messen die Wissenschafter direkt in den Schlafzimmern der Betroffenen. Die Forscher überwachen dabei den Schlaf der Probanden per Elektroenzephalogramm (EEG), zeichnen die Herztätigkeit auf und halten die Bewegungen der Augen mit Hilfe eines Elektro-Okulogramms fest. Parallel dazu wird die Elektrosmog-Zusammensetzung. Damit soll der Anteil des Mobilfunks auch im Vergleich zu anderen Verursachern untersucht werden.

In Österreich hatte der Aufruf, Schlafstörungen umfassend und kostenlos untersuchen zu lassen, laut Leitgeb zu Jahresbeginn zu einem großen Ansturm auf das Grazer Institut geführt. Erste Ergebnisse der EPROS-Studie, die vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie und dem Lebensministerium gefördert wird, sollen Anfang 2006 präsentiert werden. (APA)

Share if you care.