Wörtherseebühne: Haider befragt

4. Juli 2005, 23:01
1 Posting

Viel Neues gab es bei der Zeugeneinvernahme nicht zu erfahren

Klagenfurt - Wenig Neues ergab die Zeugenaussage des Kärntner Landeshauptmannes Jörg Haider vor dem vom Kärntner Landtag eingesetzten Untersuchungsausschuss zur Aufklärung der Vorgänge rund um die Wörtherseebühne am Dienstag. Haider erläuterte die Grundidee für die Entwicklung der Bühne, betonte die Unzuständigkeit der Kulturabteilung und bezeichnete die Debatte um die Dotierung des Vertrags für Renato Zanella als "Sündenfall der Kulturpolitik".

Verglichen mit anderen Standorten sei die Seebühne mit "eher bescheidenen Mitteln" ausgestattet gewesen, sagte der Landeshauptmann. Haider rechnete vor, dass etwa die k.l.a.s.-Theaterproduktion auf der Heunburg je Besucher einen Förderaufwand von 14,70 Euro ausweise, der Carinthische Sommer 61,42 Euro. Das Klagenfurter Stadttheater "verbrauche" 114 Euro Förderaufwand je Besuch, bei den Wörtherseefestspiele seien es 39 Euro gewesen. Er sei für die Seebühne nicht zuständig gewesen, übernehme aber die politische Verantwortung.

Suventionen und Zanella

Breiten Raum widmete der Ausschuss der Diskussion um die für fünf Jahre angelegte Subvention des Bundes. Haider unterstrich erneut, dass das Verbrauchen der gesamten Summe in der Saison 2004 kein Problem darstelle, so lange die Betreibergesellschaft weiter bestehe.

Den designierten Intendanten der Seebühne, Renato Zanella, hätte er bei einer Veranstaltung kennen gelernt, dabei sei man ins Gespräch gekommen. Im November 2003 sei es dann zur Unterzeichnung einer Vorvereinbarung gekommen, die er unterschrieben habe, sagte Haider. Laut Haider hätte Zanella "um 1.000 Euro weniger Grundgehalt als in der Staatsoper", und es sei wohl logisch, dass es sich der Intendant bei seinem Wechsel nach Kärnten "nicht verschlechtern wollte". Zur Kritik an dem gut dotierten Intendantenvertrag meinte der Landeshauptmann, dann müsse man auch diskutieren, ob man sich einen Stadttheaterintendanten Dietmar Pflegerl leisten könne.

Die angeblich mit Zanella getroffene Vereinbarung über die Auflösung des Vertrages samt 150.000 Euro Abschlagszahlung kenne er nicht, sagte Haider aus. Sollte eine solche Forderung an ihn als Finanzreferenten gestellt werden, werde er sie auch mit Sicherheit nicht bezahlen. An den von Zanellas Assistentin zu Protokoll gegebenen "nächtlichen Hilferuf" über die Finanzkrise der Gesellschaft im Juli 2004 konnte sich der Landeshauptmann nicht erinnern.(APA)

Share if you care.