Reformpartei ruft Ahmadinejad zur Mäßigung auf

2. Juli 2005, 22:04
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Opposition will "über Demokratie und Bürgerrechte in Iran wachen"

Teheran - Die wichtigste Partei der Reformer im Iran hat den künftigen Staatspräsidenten Mahmoud Ahmadi-Nejad zu einer moderaten Politik aufgerufen. "Wir hoffen, dass der Präsident und seine neue Regierung sich an Pragmatismus und Mäßigung halten und jede Art von Extremismus vermeiden, die die nationalen Interessen oder Sicherheit gefährden könnte", heißt es in einer Erklärung der Islamischen Iranischen Beteiligungsfront. "Wir werden zwar in der Opposition sein, aber stets über Demokratie und Bürgerrechte in Iran wachen", erklärte die Partei in ihrer Zeitung "Shark" am Dienstag weiter.

Mit der Wahl Ahmadi-Nejad habe faktisch eine "zweite Republik" begonnen, schrieb die Zeitung. Die radikale Abadgaran-Partei des Politikers kontrolliere nun nach dem iranischen Parlament und dem Teheraner Stadtrat auch die Regierung. "In dieser zweiten Republik gibt es keine Reformisten oder Konservativen mehr, sondern nur noch eine neue politische Strömung, deren Führer Ahmadi-Nejad heißt."

Auch die Regierungszeitung "Iran" bezeichnete den Wahlsieg des als Ultrakonservativer geltenden Teheraner Bürgermeisters in einem Leitartikel als Beginn einer neuen Ära, in der die bisherigen politischen Hauptgruppierungen der Reformer und Konservativen keine Bedeutung mehr für das Land hätten. "Das ist eine große Niederlage, aber auch eine große Chance für einen Neubeginn", schrieb das Blatt.

Ahmadi-Nejad hatte sich bei der Stichwahl am vergangenen Freitag deutlich gegen den als Favorit gehandelten Ex-Präsidenten Ali Akbar Hashemi Rafsanjani (Rafsandjani) durchgesetzt. Bei Reformkräften in Iran und bei westlichen Regierungen stieß seine Wahl auf Besorgnis. (APA/dpa)

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