OECD erwartet leichte Besserung

12. Juli 2005, 14:59
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In Österreich soll die Arbeitslosigkeit heuer stagnieren, 2006 leicht zurückgehen - Globalisierungseffekt wird überschätzt

Paris - Globalisierung und Konkurrenz durch Billiglohnländer sind nach Einschätzung der OECD weniger für hohe Arbeitslosigkeit verantwortlich als vielfach angenommen. Während einige Sektoren von der Öffnung der Märkte profitierten, kämen andere unter Druck.

Die Bilanz sei in der Regel positiv. "Die Erfahrung lehrt, dass Protektionismus eine Sackgasse ist", schreibt die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in ihrem jüngsten Arbeitsmarktausblick, der am Dienstag in Paris veröffentlicht wurde. Wichtig sei die Anpassungsfähigkeit der Unternehmen und des Arbeitsmarktes.

Prognosen bekräftigt

Die OECD bekräftigte ihre Prognosen für die Arbeitslosigkeit aus ihrem jüngsten Konjunkturausblick. Danach bremsen die hohen Ölpreise und die Wechselkursschwankungen die Erholung auf dem Arbeitsmarkt. Die Arbeitslosenquote werde in den OECD-Staaten 2006 nur von 6,7 auf 6,4 Prozent sinken.

Insgesamt werden in den 30 OECD-Ländern, darunter Österreich, 2006 36,2 Millionen Arbeitslose erwartet, das ist ein kleiner Rückgang von 37,2 Millionen Arbeitslosen 2004. Etwa 35 Prozent der Menschen im erwerbsfähigen Alter haben keinen Job, in den nächsten zwei Jahren erwartet die OECD keine große Verbesserung der Lage am Arbeitsmarkt.

Arbeitslosenrate stagniert bei 5,6 Prozent

Für Österreich wird im Beschäftigungsausblick der OECD eine Stagnation der Arbeitslosigkeit im heurigen Jahr und ein geringfügiger Rückgang im nächsten Jahr prognostiziert. Demnach soll die Arbeitslosenquote von 5,6 Prozent (2004) heuer am selben Wert bleiben und im Jahr 2006 dann geringfügig auf 5,5 Prozent fallen. Österreich liegt damit am Arbeitsmarkt besser als der OECD-Durchschnitt in Europa, wo eine Arbeitslosenquote von 9,1 Prozent (2005) und 8,8 Prozent (2006) erwartet wird.

Eine über dem OECD-Europa-Schnitt liegende Arbeitslosigkeit hat etwa Deutschland, wo heuer mit einem Anstieg von 9,3 (2004) auf 9,6 Prozent zu rechnen sei. 2006 wird dann ein Rückgang auf 9,1 Prozent erwartet. In den USA soll die Quote von 5,5 Prozent (2004) heuer auf 5,1 und 2006 auf 4,8 Prozent sinken. In Frankreich wird ein Rückgang von 10,0 Prozent (2004 und Prognose 2005) auf 9,6 Prozent (2006) erwartet.

In der gesamten OECD, inklusive der außereuropäischen Länder wie USA, Kanada und Australien, soll die Arbeitslosenquote langsam von 6,7 Prozent (2004 und erwartet für 2005) auf 6,4 Prozent sinken. In den 15 "alten EU-Ländern" (EU-15) soll die Arbeitslosigkeit von 8,1 Prozent (2004) im heurigen Jahr auf 8,2 Prozent leicht ansteigen, bevor sie im Jahr 2006 dann auf 8,0 Prozent fällt. (APA/dpa)

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