Spekulieren mit dem Kippeffekt

15. Juli 2005, 17:42
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Laut Umfragen ist SPÖ Klasnic-VP sehr nahe gerückt - Duell Grüne gegen Hirschmann erwartet - KPÖ mit guten Chancen

Graz - Waltraud Klasnic, die 1995 die steirische Volkspartei mit nur knappem Vorsprung auf die SPÖ übernommen hatte, fuhr am 15. Oktober 2000 einen fulminanten Wahlsieg ein. Wenn am 2. Oktober die Karten in der "Grünen Mark" neu gemischt werden, könnte sich einiges ändern: Meinungsforscher und Umfragedaten deuten auf einen Kopf-an-Kopf-Rennen hin. Den Grünen, die sich den Einzug in die Regierung als Ziel gesetzt haben, könnte Ex-ÖVP-Landesrat Gerhard Hirschmann einen Strich durch die Rechnung machen.

Klasnic

Nachdem die SPÖ unter Peter Schachner-Blazizek im Jahr 1995 bis auf 3.000 Stimmen an die ÖVP Josef Krainers herangerückt war, konnte die unter Klasnic neu formierte Volkspartei vor fünf Jahren elf Prozentpunkte zulegen und 47,3 Prozent der Stimmen auf sich vereinen. Schachner-Blazizek zog sich Anfang 2002 zurück und übergab das Kommando Franz Voves, der zunächst konsensorientiert wirkte, sich mit der Zeit aber immer stärker als Herausforderer von Klasnic auftrat. Mit der EStAG-Affäre und dem gescheiterten Großprojekt in Spielberg sowie den Abgängen der Stützen im Regierungsteam Gerhard Hirschmann und Herbert Paierl bot die ÖVP zunehmend Angriffsflächen - und Klasnic zeigte Nerven.

Wechsel zu Rot möglich

Während die beiden anderen Bundesländer, die im Herbst wählen, Burgenland und Wien, als relativ stabil gelten, könnte die Steiermark nach dem Sieg von Gabi Burgstaller in Salzburg im Frühjahr 2004 das nächste Land sein, in dem die Mehrheit von ÖVP zur SPÖ wechselt. Vor allem aus diesem Grund steht die Steiermark-Wahl - voraussichtlich ein Jahr vor der Nationalratswahl - im Fokus des innenpolitischen Interesses.

Umfragen

Aktuelle Umfragen sehen die ÖVP nur knapp vor der SPÖ, über bzw. unter 40 Prozent. Die Sympathiewerte hingegen favorisieren klar Klasnic. Grüne und die Liste von Ex-VP-Landesrat Hirschmann rittern um Platz drei und könnten sich wechselseitig am Einzug in die Regierung hindern. Stimmen kosten könnte den Grünen auch die KPÖ Ernst Kalteneggers, der ein Einzug in den Landtag durchaus zugetraut wird. Die FPÖ hat kaum Chancen in der Regierung zu bleiben, sollte das BZÖ antreten, ist der Sprung in den Landtag keineswegs garantiert. Ob auch eine achte Partei "parteifrei - weiß wählen" die erforderlichen 200 beglaubigten Unterschriften pro Wahlkreis zusammenbringt, muss sich noch weisen.

Einreichungsschluss für Kandidaturen ist, setzt man den 16. Oktober als Wahltermin voraus, der 9. September, 17.00 Uhr. (APA)

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    Spannung in der Steiermark: Waltraud Klasnic könnte als Landeshauptmann abgelöst werden.

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