Hinten sind die Enten fett

5. Juli 2005, 13:11
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Gerhard Schröder hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben

Der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder war bei George W. Bush zu Gast und hat dort, nach seiner persönlichen Prognose für die nächste Bundestagswahl befragt, mit einer hübschen niedersächsischen Redewendung geantwortet: „Hinten sind die Enten fett“.

Damit wollte Schröder zum Ausdruck bringen, dass er sich von den mageren Umfrageergebnissen nicht ins Bockshorn jagen lässt, sondern zuversichtlich ist, dass ihm der deutsche Wähler im Herbst dennoch das Vertrauen schenken wird. Der ursprüngliche Anwendungsgebiet der Redewendung ist, soweit ich dies aus verschiedenen Internetquellen erschließen konnte, das Kartenspiel: Wenn beim Skat anfangs nur wertlose Stiche gemacht werden, kommen die Stiche mit den höheren Punktzahlen zwangsläufig später, d.h. „hinten sind die Enten fett“.

Schröder hat das zweckoptimistische Enten-Sprüchlein übrigens schon bei den Wahlen 2002 mehrfach zum Besten gegeben – damals zu Recht. Diesmal deutet allerdings alles darauf hin, dass die SPD-Ente im Herbst 2005 auch hinten ziemlich mager sein wird.

Von
Christoph Winder

Winders Wörterbuch zur Gegenwart ist ein Work in Progress.

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