Textilien aus Sri Lanka zollfrei in die EU

12. Juli 2005, 13:31
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Hilfe nach dem Tsunami - Brüssel vergibt Zuschlag für das Milliardenprojekt Galileo

Sri Lanka kann ab 1. Juli zollfrei Waren in die EU importieren. Dies ist als Unterstützung nach dem Tsunami gedacht. Da es vor allem um die Einfuhr von Textilien nach Europa geht, hatte die Brüsseler Kommission die Angelegenheit vorerst auf Eis gelegt, nachdem der Streit um die massiv angestiegenen Textilimporte aus China eskaliert war.

Da nun aber vor zwei Wochen eine Einigung mit China erreicht wurde, kommt Sri Lanka früher zum Zug. Noch vor Kurzem hatte es geheißen, wegen des China-Streits werde es frühestens im Herbst eine Regelung für Sri Lanka geben.

Sri Lanka kann nun Waren - von Textilien über Gummi bis Tee - zollfrei in die EU einführen. Textilien machen rund die Hälfte der gesamten Exporte Sri Lankas aus. Die Einnahmen betrugen im Vorjahr 2,8 Milliarden Euro. Rund 28 Prozent der gesamten Exporte gingen in die EU.

Zuschlag für Galileo

Eine andere Entscheidung hat die Brüsseler Behörde getroffen, mit der ein Streit zwischen zwei Anbietern endgültig geklärt wird. Die EU billigte am Montag das gemeinsame Gebot zweier bisheriger Konkurrenten um den milliardenschweren Aufbau des europäischen Satelliten-Navigationssystems Galileo.

Die Verhandlungen über das vom EADS-Konzern geführte iNavSat-Konsortium und des bisherigen Konkurrenten Eurely könne nun beginnen, hieß es in Brüssel. "Das gemeinsame Angebot enthält substanzielle Verbesserungen verglichen mit den getrennten Offerten", begrüßte EU-Verkehrskommissar Jacques Barrot die Entscheidung.

Die beiden Rivalen hatten sich im Mai nach eigenen Angaben zu einer gemeinsamen Offerte entschlossen, weil sich das EU-Galileo-Unternehmen nicht für einen der beiden Anbieter entscheiden konnte.

2008 betriebsbereit

Galileo ist die europäische Antwort auf das amerikanische GPS-Navigationssystem und soll 2008 in Betrieb gehen. Im Gegensatz zu GPS soll Galileo rein zivil und nicht militärisch betrieben werden. Es sind auch kostenintensive Anwendungen geplant.

Der Auftrag für Betrieb und Aufbau von Galileo hat ein Volumen von mehr als zwei Milliarden Euro. Auf dem Spiel stehen nach Einschätzung der EU und der beteiligten Unternehmen mehrere Tausend Arbeitsplätze und Milliardeninvestitionen.

Zu iNavSat gehören der deutsch-französische Luft-und Raumfahrtkonzern EADS, die französische Thales und die britische Inmarsat, zu Eurely die französische Firma Alcatel, die italienische Finmeccanica sowie Aena und Hispasat aus Spanien. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 28.06.2005)

Alexandra Föderl-Schmid aus Brüssel
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