Microsoft will Privatsphäre schützen

19. Juli 2005, 16:08
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Neue Bemühungen um Datenschutz - "InfoCard" soll Identitätsdiebstahl erschweren

Mit neuen Technologien und Initiativen, um den Anwender hinsichtlich des Umgangs mit seinen Daten zu sensibilisieren, will Microsoft dem Identitätsdiebstahl und der immer professioneller werdenden Online-Kriminalität (Phishing, Spam) entgegenwirken. Auch der Schutz der Privatsphäre des Einzelnen soll in künftigen Versionen von Windows sowie in den aktuellen Produkten kontinuierlich verbessert werden.

Konsumenten in der Pflicht

Peter Cullen, Chief Privacy Strategist bei Microsoft, stellte am Montag klar, dass Datenschutz bei Microsoft zwar einen sehr großen Stellenwert besitze und das Unternehmen auch zahlreiche Anstrengungen unternehme, um allen Standards zu entsprechen oder diese sogar zu übertreffen. Der Konsument werde aber dadurch nicht aus der Pflicht genommen. Ein grundlegendes Datenschutz- und Sicherheitsbewusstsein seitens des Endanwenders ist laut Cullen unabdingbar.

Aufklärungsarbeit

Um dies zu erreichen, will Microsoft auch in Zukunft Informations- und Aufklärungsarbeit leisten. Erst dann können die Konsumenten, so der Grundtenor im Pressegespräch, die Datenschutz- und Sicherheitsmechanismen von Windows und den Microsoft-Produkten optimal nutzen. Cullen äußerte sich aber auch durchaus selbstkritisch, was die Informationsarbeit von Microsoft betrifft: "Wir können die besten Technologien schaffen - wenn wir das nicht besser kommunizieren, werden die Benutzer nie das volle Potenzial der Lösungen erfassen und nutzen können."

Neue Technologien

Neben Informationskampagnen sowie Sicherheits- und Datenschutzupdates zu aktuellen Diensten wie Hotmail arbeitet Microsoft für die kommende Windows-Version (Longhorn) auch an neuen Technologien, mit denen Identitätsdiebstahl etwa durch Phishing-Attacken unterbunden werden sollen. Nach dem Debakel mit dem Passport-Dienst, der außerhalb der Microsoft-eigenen Angebote kaum angenommen wurde, setzt das Unternehmen nun auf offene Standards und eine breite Akzeptanz aller beteiligten Gruppen.

Gesetze der Identität

Basierend auf den "Gesetzen der Identität" von Kim Cameron, Chief Architect of Identity and Access bei Microsoft, wird für Longhorn eine Technologie namens "InfoCard" entwickelt. Dies ermöglicht es Identitäts-Anbietern wie etwa Banken oder Gemeinden mit InfoCard unterstützenden Websites (z.B. Amazon) zusammenzuarbeiten, um etwa eine Lieferadresse oder Kreditkartennummer zu erhalten, ohne dass dafür gemeinsame Datenspeicher notwendig wären.

Volle Kontrolle

Der Benutzer soll dabei die volle Kontrolle darüber behalten, wer auf welche Daten Zugriff erhält. Entwickelt wird InfoCard von Microsoft für Windows XP und Longhorn, aufgrund der offenen Schnittstellen und Spezifikationen gibt es unter anderem auch schon erste InfoCard-Beispiele für Apple und Linux.

Schlechter Ruf

Angesprochen auf den schlechten Ruf, welchen Microsoft hinsichtlich des Datenschutzes noch immer besitzt, verwies Cullen auf die weit reichenden Datenschutzerklärungen sowie die Verbesserungen der Datenschutzoptionen in den verschiedenen Microsoft-Produkten, etwa im Windows Media Player. Ebenso nannte er die Prüfungen von Funktionen wie Windows-Upate und bald auch der "Genuine Advantage" durch unabhängige Institutionen, die belegen, dass keinerlei persönliche Informationen übertragen werden. "Datenschutz wird", so Cullen, "bei Microsoft sehr ernst genommen. Aber wir habe sicherlich noch Verbesserungspotenzial, was die Kommunikation darüber betrifft."(APA)

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