Was der Benutzer wirklich will

3. Juli 2005, 19:31
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Eingebaute Intelligenz hat Chancen beim Kunden - aber nicht immer

Möglich ist vieles. Die Entwicklung der IT in den letzten zehn Jahren, die Quantensprünge in Sachen Handy, Notebooks, MP3, DVD etc. lassen erahnen, was im nächsten Jahrzehnt alles auf User zukommen kann.

Was im Jahr 2015 wirklich zu unserem Alltag gehören wird, ist eine ganz andere Frage. Sie ist kaum beantwortbar, unter anderem deswegen, weil wir uns die Zukunft zu gerne als lineare Fortsetzung der Gegenwart vorstellen. Wobei uns die Erfahrung zugleich sagt, dass manche Entwicklungen ganz anders gelaufen sind, als man gedacht hatte.

Es haben offenbar die Innovationen eine größere Chance, die wirklich ein Benutzerbedürfnis abdecken.

Zu diesem Schluss kommt Manfred Tscheligi, Professor für Human Computer Interaction & Usability an der Uni Salzburg. "Autofahren etwa ist eine klassische Situation: Es ist verbreitet, potenziell gefährlich, und viele Techniken sind ausgereift - da will man Unterstützung, sei es bei der Navigation, sei es beim automatischen Bremsen, bevor man wo reinfährt."

Andererseits will man nicht immer unsichtbar begleitet und gelenkt werden. Etwa beim Einkaufen nicht, auch wenn das Konsumverhalten durch Chips etc. noch so gut vorhergesagt werden kann. Pervasive wird zur Sackgasse, wenn man sich nur aufs Funktionieren verlässt und nicht die Wünsche der Verbraucher berücksichtigt. "Manchmal", so Tscheligi, "will der Mensch einfach keine eingebaute Intelligenz." (mf/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 27. 6. 2005)

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