Neue Erziehungsmittel für Lehrer

8. November 2005, 13:28
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ÖVP-Bildungssprecher Amon: Immer mehr aggressive und "verhaltenskreative" Kinder fordern strengere Maßnahmen - SchülerInnen müssen Sanktionen zustimmen

Wien - ÖVP-Bildungssprecher Werner Amon will den Lehrern neue Erziehungsmittel zur Verfügung stellen. Schüler würden zum Teil immer aggressiver, und es gebe einen Zuwachs an "verhaltenskreativen" Kindern, schlug Amon gegenüber der APA einen Entschließungsantrag in der nächsten Nationalratssitzung vor. Konkret sollen in der Schulordnung Rechte und Pflichten der Schüler festgehalten werden sowie etwaige Sanktionen bei einem Verstoß. Umgekehrt müsse diesen von den Schülervertretern zugestimmt werden, so Amon.

Neue Erziehungsaufgaben der Schule

In der letzten Zeit würde bei gesellschaftlichen Problemen wie Drogensucht oder Alkohol immer wieder nach der Schule gerufen, meinte Amon. Wenn man allerdings immer mehr Erziehungsaufgaben wie die stärkere Nachmittagsbetreuung an die Schulen übertrage, müsse man den Lehrern auch Erziehungsmittel in die Hand geben. Welche das sein könnten, soll das Bildungsministerium feststellen. Dabei sollen auch die derzeit möglichen Verhaltensvereinbarungen evaluiert und auf Erfahrungen mit diesen zurückgegriffen werden.

Derzeitige Vereinbarungen "zahnlos"

Die derzeitige Regelung über die Verhaltensvereinbarungen seien zahnlos, bedauerte Amon. Diese könnten nämlich auf Grund der fehlenden Zustimmung der SPÖ bei dieser bisherigen Zwei-Drittel-Materie derzeit mit einfacher Mehrheit von Lehrern und Eltern beschlossen werden, wodurch die Schüler nicht zustimmen müssen. Etwaige neue Erziehungsmittel und Sanktionen sollen hingegen nur dann in Kraft treten, wenn im Schulgemeinschaftsausschuss alle Kurien (Eltern, Lehrer, Schüler) zustimmen. "Wenn ich die Regeln auf der einen Seite verschärfe, müssen auf der anderen die Schüler auch zustimmen", so Amon.

Beschlossen werden sollen etwaige neue Erziehungsmittel mit dem nächsten Schulpaket im Herbst. Dann wird auf Grund der Aufhebung der Zwei-Drittel-Erfordernis für Schulgesetze für die Beschlussfassung im Nationalrat nur eine einfache Mehrheit nötig sein. (APA)

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    Werner Amon: "Schüler werden zum Teil immer aggressiver"

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