Neuer Präsident plant Änderungen in staatlicher Ölindustrie

2. Juli 2005, 22:04
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Ahmadinejad kündigt "Klarstellung von Ölverträgen" an - Neue Unruhe auf internationalen Energiemärkten erwartet

Teheran - Der künftige Präsident des Iran, Mahmud Ahmadinejad, strebt offenbar eine Änderung der Ölpolitik des weltweit viertgrößten Förderlandes an und dürfte damit an den ohnehin angespannten internationalen Energiemärkten für neue Unruhe Sorgen.

Unmittelbar nach seinem Sieg über seinen Konkurrenten Akbar Hashemi Rafsandjani (Rafsanjani) bei der Stichwahl forderte der erzkonservative Bürgermeister Teherans am Samstag im staatlichen Hörfunk alle Ölförder- und Exportverträge klarzustellen. "Das größte Kapital des Landes sind heute die Ölindustrie und die Ölvorkommen. Die Atmosphäre, die unsere Verträge, Produktion und Exporte bestimmt, ist nicht klar. Wir sollten das klarstellen", sagte er, ohne dies näher zu erläutern.

Änderungen im Management geplant

Politische Beobachter gehen davon aus, dass Ahmadinejad tief greifende Änderungen im Management der staatlichen Ölindustrie vornehmen wird. Während des Wahlkampfes habe er mächtige "Mafias" der "Monopolisierung" der Ölreserven beschuldigt. "Ich werde den Mafias der Macht und den Gruppen, die unser Öl im Griff haben, die Hände abschneiden. Das Volk muss seinen Anteil am Ölgeld im täglichen Leben sehen", sagte er bei einer Wahlveranstaltung.

Der Ölminister des Mitgliedslandes der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC), Bijan Sanganeh, und OPEC-Gouverneur Hossein Kasempur Ardebili dürften nach Einschätzung der Beobachter unmittelbar nach dem Machtantritt Ahmadinejads im August aus ihren Ämtern entfernt werden. Beide hatten im Wahlkampf offen den als reformorientiert geltenden Rafsanjani unterstützt.

Für die internationalen Ölmärkte dürften die Äußerungen Ahmadinejads neue Unsicherheit bedeuten, die die Preise weiter in die Höhe treiben könnte. Furcht vor Versorgungsengpässen hatte den Ölpreis in den USA am Freitag kurzfristig auf die Rekordmarke von 60 Dollar (49,7 Euro) je Barrel (knapp 159 Liter) getrieben. (APA/Reuters)

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