Gehrer gestattet "notfalls" Begrenzung der Studienplätze

5. Juli 2005, 13:09
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Bildungsministerin schließt sich an Vorschlag der Rektoren an - Ablehnung gegenüber generellem Numerus Clausus

Wien - Der freie Universitäts-Zugang in Österreich könnte schon in Bälde eingeschränkt werden. Sollte der Europäische Gerichtshof am 7. Juli die bestehenden Restriktionen gegen ausländische Studenten aufheben, wird Bildungsministerin Gehrer den Rektoren gestatten, in einigen Fächern eine Beschränkung der Studienanfängerzahlen zu verfügen.

Im "Presse"-Interview betont sie allerdings neuerlich ihre Ablehnung gegenüber einem generellen Numerus Clausus. Konkret geht es also nur um jene Fächer - wie Medizin oder Zahnmedizin - für die in Deutschland eine entsprechende Einschränkung durch den Numerus Clausus besteht. Bisher mussten Studenten aus den anderen EU-Ländern Studienplätze in ihrer Heimat vorweisen können, um einen Platz an einer österreichischen Uni zu ergattern. Dies dürfte sich durch das EuGH-Urteil ändern.

Da in der Folge ein Zustrom vor allem deutscher Studenten befürchtet wird, schließt sich die Bildungsministerin nun einem Vorschlag der Rektoren an. Demnach werde den Universitäten die Ermächtigung erteilt, die Zahlen ihrer Studienanfänger im Schnitt der vergangenen drei Jahre zu begrenzen. Um dies zu erreichen, könnten sie ein Auswahlverfahren wie z.B. eine Prüfung vor dem Studium oder die Eignungsfeststellung nach einer Eingangsphase etablieren.

Diese Regelung sollte allerdings für zunächst zwei Jahre befristet sein. Dann würde man die Folgen genau analysieren, erklärt Gehrer. Beschlossen würde die Gesetzesnovelle am 8. Juli. (APA)

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