Niederländisches Fernsehen wird grundlegend neu organisiert

4. Juli 2005, 09:16
posten

Öffentlich-rechtliche Programmanbieter müssen sich ab 2008 privater Konkurrenz stellen

Die von zahlreichen Programmgesellschaften geprägte Struktur des öffentlich-rechtlichen Fernsehens in den Niederlanden wird vollständig neu organisiert. Von 2008 an erhalten die Programmanbieter nur noch für wenige Basisaufgaben ein garantiertes Budget und müssen sich der Konkurrenz auch aus dem privaten Markt stellen. Das hat die Regierung in Den Haag am Freitag beschlossen.

Zu wenig Kontrast

Die Programme auf den drei öffentlich-rechtlichen Sendern werden seit Jahrzehnten von weltanschaulich oder religiös orientierten Mitgliedergesellschaften gemacht. Diese Gesellschaften sind ein starkes Überbleibsel der früher streng auf ideologisch unterschiedlichen "Säulen" aufgebauten niederländischen Gesellschaft. Kritiker bemängeln heute, ihre Programme böten zu wenig Kontrast. Zunehmend komme mit öffentlichen Geldern anspruchslose Unerhaltung auf die Sender.

Budgets werden halbiert

Nun werden die Budgets der Programmgesellschaften halbiert. Mit dem Geld dürfen die Anbieter nur noch Programme der Sparte "Debatte und Meinungsbildung" machen. Für erzieherische Sendungen müssen sie sich gegen Konkurrenz bewerben, von Unterhaltung sollen sie völlig absehen. Gegner der neuen Medienpolitik befürchten, dass aus finanziellen Gründen traditionelle politische Sendungen aufgegeben werden müssen. Mehrere der Programmgesellschaften gehen davon aus, Mitarbeiter zu entlassen. (APA/dpa)

Share if you care.