Kind, Kegel und Karriere

29. März 2006, 15:06
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Je länger die Auszeit, umso schwieriger ist der Wiedereinstieg. "WEg zum Job" will die Jobsuche nach der Karenz fördern

"Frauen mit Versorgungspflichten für Kleinstkinder sind in besonderem Maße mit Beschränkungen durch das Erwerbsystem einerseits und durch das Betreuungssystem andererseits konfrontiert", bestätigt die Wifo-Studie "Wiedereinstieg und Beschäftigung von Frauen mit Kleinkindern" vom März 2004 das von AMS und esf geförderte und von abz.austria umgesetzte Projekt "WEg zum Job" ("WE" steht für "Wiedereinstieg"). Mehr noch: Die Studie belegt, dass der mit der Kindergeldregelung gesetzte positive Arbeitsanreiz einer höheren Zuverdienstgrenze geringer ist, als der negative Arbeitsanreiz in Folge einer verlängerten Leistungsbezugsdauer. Weniger Frauen als in den Jahren vor der gesetzlichen Umstellung würden den Wiedereinstieg innerhalb von 2 2/3 Jahren schaffen.

Nicht einfach also die Betreuung einer laut Manuela Vollmann, Geschäftsführerin von abz.austria, vom Bildungsgrad recht unterschiedlich zusammengestellten Gruppe. Die beim AMS Wien registrierten Wiedereinsteigerinnen (WE), so Ingeborg Friehs, stellvertretende Landesgeschäftsführerin, seien zwischen 25 und 44 Jahren alt und hätten großen Nachholbedarf an Weiterbildungsmaßnahmen. Denn von rund 5200 WE hätten 3150 maximal einen Pflichtschulabschluss.

92 Mio. Förderung

Alarmierend sei die Kombination von verkürzter "Halbwertszeit" von Wissen und von "veralteten familiären Betreuungspflichten", die das Risiko erhöhen, den Weg zum Job nicht zu schaffen, so Friehs. Bei der Aufteilung etwa von Betreuungspflichten sei nicht nur das private, sondern mit den Unternehmen das berufliche Umfeld genauso wie der Staat gefordert.

Für 2005 seien seitens des AMS Frauen-Förderausgaben in Höhe von rund 92 Mio. Euro eingeplant. Zehn Prozent davon, so Friehs, würden den WE zur Verfügung gestellt. Auch das Mitte 2006 auslaufende Projekt "WEg zum Job" gehöre - mit guten Chancen auf Verlängerung - dazu. In drei Module geteilt werde höchst individuell betreut, so Vollmann. Die Maßnahmen würden - je nach Ausgangslage - sieben bis 24 Wochen dauern; die Anmeldung erfolgt über den AMS-Berater. (haa, Der Standard, Printausgabe 25./26.6.2005)

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