Magna Steyr gibt den Stil(o) für Fiat vor

12. Juli 2005, 15:19
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Neuer Mittelklasse-Konkurrent des VW Golf wird in Graz projektiert

Der neue Mittelklassewagen des Turiner Autokonzerns Fiat, die zweite Generation des Stilo, wird auch in Österreich, bei Magna Steyr projektiert. Dies bestätigte Konzernchef Sergio Marchionne in Turin. Grund, weshalb Fiat auf eine österreichische Firma zurück greift und nicht das gesamte Modell in der Autostadt Turin entwickeln lässt, sei die "Zuverlässigkeit" von Magna.

Es sei richtig, dass die Kosten bei Magna um 30 bis 40 Prozent über den Vergleichspreisen in Turin liegen, hieß es in Turin. Man sei aber sicher, dass der Kostenvoranschlag eingehalten und die Arbeiten termingerecht fertig gestellt werden.

Gerüchte, dass der kurzzeitige Fiat-Auto-CEO Herbert Demel für den "Zuschlag" verantwortlich sei, wurden nicht bestätigt. Demel kehrt wie berichtet zum Stronach-Konzern zurück. Der Stilo soll Anfang 2007 auf den Markt kommen.

Schwarze Zahlen bei Fiat

Der gesamte Fiat-Konzern werde heuer schwarze Zahlen schreiben und peile 2006 einen konsolidierten Nettogewinn von etwa 700 Mio. Euro, 30 Prozent mehr als ursprünglich geplant war, an. 2007 soll der Gewinn bereits auf 1,6 bis zwei Mrd. Euro anwachsen. Grund für die optimistische Prognose ist die günstige Ertragsentwicklung bei den Fiat-Töchtern CNH (Landmaschinen) und Iveco (Nutzfahrzeuge).

Fiat Auto mit einem Umsatzanteil von 40 Prozent wird heuer noch einen Verlust von etwa 320 Mio. Euro schreiben (nach 820 Mio. im Vorjahr), soll aber 2006 den operativen Breakeven erreichen.

Die Sanierung im Autobereich schreitet trotz der in den ersten Monaten verzeichneten Markteinbußen fort, so Marchionne. Insgesamt sollen heuer über 300 Mio. Euro an Kosten eingespart werden. Abgesehen davon sollen neue Modelle die dramatischen Einbrüche stoppen. Im Herbst kommen die Schlüsselmodelle Punto und Alfa 159.

Partnersuche

Bis Dezember will Marchionne auch einen Partner für das Autogeschäft finden. Der Konzernchef dementierte Gerüchte, wonach die Autosparte verkauft werden soll.

Ab kommenden Herbst wird nicht mehr die Gründerfamilie Agnelli sondern die acht Gläubigerbanken bei Fiat das Sagen haben. Sie werden ihre Kredite von drei Mrd. Euro in Aktien wandeln und damit 30 Prozent des Konzerns kontrollieren.

Mit dabei: die künftige BA-CA-Mutter Unicredit. (Thesy Kness-Bastaroli aus Turin, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 25./26.6.2005)

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