Statistik-Kontroverse geht weiter

12. Juli 2005, 14:10
3 Postings

Statistik Austria ist nach wie vor mit den Ergebnissen der Amann-Studie nicht einverstanden

Wien - Die Statistik Austria hat sich am Freitag weiter von Ergebnissen einer Wohnkostenstudie distanziert, die am Donnerstag von ÖVP-Wohnbausprecher Wolfgang Großruck der Öffentlichkeit vorgestellt worden ist (derStandard.at berichtete). Die Meinung des Studienautors Wolfgang Amann, die Statistik Austria teile seine Ansichten grosso modo, "trifft nicht zu", erklärt der für den VPI zuständige Statistik Austria-Experte Paul Haschka in einer Pressemitteilung. Haschka präzisiert damit Aussagen, die er bereits am Donnerstagnachmittag gegenüber der APA getätigt hatte.

These: Wohnteuerung ist rein statistisches Problem

In der kontroversen Studie der Forschungsgesellschaft für Wohnen Bauen, Planen (FGW) heißt es dazu: "Es ist davon auszugehen, dass die derzeitigen Steigerungsraten nach Ablauf eines Jahres (3. Quartal 2005) wieder auf das tatsächliche Niveau absinken werden. Diese Einschätzung wird vom Projektleiter der Statistik Austria Paul Haschka geteilt, der die Monatswerte der Teilindizes Wohnen relativiert sehen möchte und von den Jahreswerten 2005 in der Größenordnung des Vorjahres ausgeht." Haschka rechnet nach Eigenaussage im Gegensatz zu Amann mit einem temporären Absinken erst gegen Jahresende 2005.

Die Grundthese der FGW-Studie besagt, dass hauptsächlich ein Bruch in der statistischen Erhebung für das Hochschnellen der Wohnteuerung verantwortlich sei. Tatsächlich ist der VPI-Teilindex ab Mitte 2004 binnen weniger Monate von unter zwei auf zehn Prozent explodiert. Eine Veränderung in dieser Größenordnung innerhalb so kurzer Zeit könne nur statistische Ursachen haben, argumentiert der Studienautor. Schließlich wechselten in einem Jahr nur fünf Prozent der Österreicher die Wohnung, und der Großteil der bestehenden Mietverhältnisse sei preisgeregelt.

SP-Mietervereinigung: "Praxiserfahrung" als Beweis der Teuerung

Die SP-Mietervereinigung fühlt sich durch die Distanzierung der Statistik Austria in ihrer "Praxiserfahrung" bestätigt. Je kleiner die Wohnung sei, desto höher falle die Kostenbelastung aus, heißt es in einer Aussendung der Organisation. Die Quadratmeterkosten von Wohnungen zwischen 30 und 60 Quadratmetern lägen zwischen 8,65 und 9,28 Euro pro Quadratmeter. (APA)

Share if you care.