2.000 Euro Entschädigung für Grasser

19. Juli 2005, 16:12
1 Posting

Leserbrief in der "Ganzen Woche" war laut Gerichtsurteil ehrenrührig - Grassers Anwalt bereitet weitere Klagen wegen "Fiona-Berichterstattung" vor

Ein in der Zeitung "Die ganze Woche" veröffentlichter Leserbrief brachte Finanzminister Karl-Heinz Grasser (V) 2.000 Euro ein. Das Medium wurde im Wiener Landesgericht zur Zahlung einer Entschädigung in dieser Höhe verurteilt. Dem Minister wäre mit dem im vergangenen Frühjahr abgedruckten Leserbrief ein "ehrenrühriges Verhalten " unterstellt worden, entschied Richterin Brigitte Zeilinger. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Die Leserin hatte Grasser im Zusammenhang mit der so genannten Homepage-Affäre in deutlichen Worten der Steuerhinterziehung bezichtigt. Für die Richterin war das ein Werturteil, das für eine Veröffentlichung nicht geeignet war, zumal die Frau weder eine Expertin in Steuerfragen noch von einer "gewissen Prominenz" sei, die es im öffentlichen Interesse erlaubt hätte, sie zu zitieren.

Weitere Klage zu "Fiona-Berichterstattung"

Auch an einer anderen Front ist Michael Rami, der Anwalt des Finanzministers, nicht untätig. Im Zusammenhang mit der so genannten "Fiona-Berichterstattung" wird es weitere Klagen geben.

Fix betroffen ist die für die berüchtigten, am Pariser Flughafen entstandenen Schmuse-Fotos - wenn auch nicht rechtskräftig - verurteilte Info-Illustrierte "News", von der Grasser neuerlich eine Entschädigung wegen angeblichen Eingriffs in sein Privatleben begehrt. Demnach soll ein "News"-Paparazzo ihn und die Kristall-Erbin Fiona Swarowski bei einem Aufenthalt in Capri nächtens mittels Teleobjektiv regelrecht verfolgt haben.

Ob auch das deutsche Massenblatt "Bild" geklagt wird, das mit teilweise unter der Gürtellinie liegenden Kommentaren versehene Strand-Fotos veröffentlicht hatte, ist noch nicht entschieden. Das gab Rami am Freitag auf APA-Anfrage bekannt. (APA)

Share if you care.