Kärnten: Hypo-Wandelanleihe voll platziert

4. Juli 2005, 11:22
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Umtauschanleihe spült 500 Millionen Euro in den "Zukunftsfonds" des Landes - Gelungener Probelauf für Börsengang 2007/08

Wien - Das Land Kärnten hat seine 500 Mio. Euro schwere Umtauschanleihe auf Aktien der Klagenfurter Hypo Alpe-Adria-Bank International voll platziert. Die Emission, die von der Londoner HSBC Bank federführend betreut wurde, gilt als Probelauf für den ab Herbst 2007 geplanten Börsengang des vor allem im Alpe-Adria-Raum tätigen Kärntner Bankhauses.

Derzeit hält das Land mit 52 Prozent die Mehrheit an der Kärntner Hypo. Im Falle eines Börsenganges und Umtauschs der Schuldverschreibungen in Aktien reduziert sich der Anteil des Landes maximal auf eine Sperrminorität von 25 Prozent plus einer Aktie. Rund 30 Prozent sollten dann in Streubesitz sein, wurde am Freitag bei einer Pressekonferenz der Hypo Kärnten von Landesseite bekräftigt.

Laufzeit drei Jahre

Die Null-Kupon Schuldverschreibung läuft drei Jahre, wobei die Emittentin, die Kärntner Lands- und Hypothekenbank-Holding, ab 24. Juni 2007 und dann vierteljährlich ein Kündigungsrecht hat. Die anfängliche Zinsrendite des Bonds bis Endfälligkeit wurde mit jährlich 2,52 Prozent fixiert, notieren soll die Anleihe an der Luxemburger Wertpapierbörse.

Großes internationales Interesse

Die Umtauschanleihe sei auf großes internationales Interesse gestoßen, sagte die Leiterin des Projektes, Cynthia Prieto, Direktorin beim Lead Manager und Bookrunner HSBC. Bei 60 Prozent der Zeichner handle es sich um Anleihe-Investoren, 40 Prozent seien Aktien- und Wandelschuld-Investoren, die am Umtauschrecht interessiert seien.

Die Anleihe sei breit in Europa gestreut worden. 15,5 Prozent der Investoren seien Österreicher, der größte Teil mit über 50 Prozent komme aus Deutschland. Wichtige Märkte waren zudem Großbritannien, die Benelux-Länder und die Schweiz. 64 Prozent seien Finanzinvestoren, 24 Prozent Equity-Investoren - darunter auch Hedgefonds - und 12 Prozent Investmentfonds.

Starkes Wachstum bis 2010 erwartet

Die Hypo Alpe-Adria-Bank könne nun in eine sehr positive Zukunft weitergehen, betonte Vorstandschef Wolfgang Kulterer. Die Bank habe eine enorme Ertragskraft und große Reserven gebildet. Bis 2010 werde es jährlich ein Wachstum von mindestens 20 Prozent geben. Das Land, das mit seiner Garantie sehr viel geholfen habe, bekomme jetzt den gerechten Lohn dafür. Bei positiver Börse-Einführung, über die von den Eigentümern im Frühjahr 2007 entschieden werden soll, werde die 500-Mio.-Euro-Anleihe 17 bis 18 Prozent des Unternehmenswertes entsprechen. Das Land hätte also dann noch Reserven zur Verfügung.

Erlös fließt in "Zukunftsfonds"

Der Emissionserlös von 500 Mio. Euro fließt in das Projekt "Kärntner Zukunftsfonds". Laut Landeshauptmann Jörg Haider (BZÖ) soll dieser Fonds in den nächsten Jahren der "Turbo für Wachstum, Innovation und Beschäftigung in Kärnten" sein. Ziel sei es, 10.000 neue Arbeitsplätze für Kärnten zu schaffen, so LH-Stv. Peter Ambrozy (SPÖ).

350 Millionen Euro gehen schon jetzt in den Zukunftsfonds, die restlichen 150 Mio. Euro sollen in den investitiven Bereich des Budgets eingebracht und zum Beispiel für das Koralm-Eisenbahnprojekt oder die Breitband-Initiative verwendet werden. Einschließlich des zu erwartenden Zuwachses bis zum Börsegang würden auch die Mittel des Zukunftsfonds 500 Mio. Euro umfassen und in den Bereichen Bildung, Infrastruktur, Technologie, Forschung und Entwicklung und Kultur verwendet werden, so Haider.

10.00 neue Arbeitsplätze als Ziel

Der Zukunftsfonds werde ein "Turbo" für die heimische Wirtschaft sein und einen wesentlichen Beitrag zur Modernisierung Kärntens leisten. Einen solchen Wirtschaftsturbo brauche das Land Kärnten dringend, betonte Ambrozy. Die Mittelausgabe werde über Darlehen und Beteiligungen "revolvierend" sein. Direktinvestitionen werde es nur in Forschung und Entwicklung geben. Ziel sei es, in den nächsten zehn Jahren 10.000 Arbeitsplätze zu schaffen.

Die Vorbereitungen auf den Börsegang haben die Kontakte mit den internationalen Finanzmärkten gestärkt. Durch die nunmehr breite Aktionärsbasis sei die Hypo-Bank gut auf weiteres Wachstum vorbereitet, meinte Karl Bussfeld, Vorstand der Kärnten Holding, die mit 52 Prozent derzeit noch der größte Aktionär ist. 48 Prozent hält die Grazer Wechselseitige Versicherung. Nach dem geplanten Börsegang und einer 90 Mio. Euro-Kapitalerhöhung für ein Mitarbeiterbeteiligungsmodell per September 2005 verwässert der Anteil der Grawe auf 45 Prozent. (APA)

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    Kärntens LH-LHStv. Peter Ambrozy, Landeshauptmann Jörg Haider und Wolfgang Kulterer, Vorstandschef der Hypo Alpe-Adria Bank International AG (v.l.).

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