Mostar oder Düdelingen

22. Juli 2005, 20:16
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Der Gegner von Rapid in der zweiten Runde der Qualifikation wird erst ermittelt, er kommt aus Bosnien-Herzegowina oder Luxemburg

Wien - Rapid steht in der zweiten Qualifikationsrunde für die Fußball-Champions-League vor einer lösbaren Aufgabe. Wie die Auslosung am Freitag in Nyon ergab, trifft Österreichs Fußball-Meister am 26./27. Juli (auswärts) und 2./3. August (daheim) auf den Sieger des Erstrundenduells F91 Düdelingen (LUX) - Zrinjski Mostar (BIH).

Ein Aufstieg in die dritte und letzte Qualifikationsphase für die Eliteliga ist für die Rapidler Pflicht, wollen sie noch länger im internationalen Geschäft bleiben: Bei einem Ausscheiden in der zweiten Runde ist das Europacup-Abenteuer für den Rekordchampion bereits wieder zu Ende. Sollte die Hickersberger-Elf in der dritten Runde scheitern (dort warten Kaliber wie Manchester United oder Inter Mailand), bliebe immerhin noch die Teilnahme an der ersten UEFA-Cup-Hauptrunde als Trostpflaster.

Man erwartet Mostar

Im Lager der Grünweißen, die sich derzeit auf Teambuilding-Seminar im Mölltal befinden, geht man vom bosnischen Meister als Gegner aus. "Ich kenne nur die Stadt Mostar, nicht aber die Mannschaft", erklärte Trainer Josef Hickersberger und warnte vor dem möglichen Kontrahenten. "Allein an den Leistungen des bosnischen Nationalteams hat man gesehen, dass dort guter Fußball gespielt wird", sagte der Trainer.

Auch Kapitän Steffen Hofmann sieht Mostar als Favoriten gegen den Luxemburger Titelträger. "Die Bosnier sind sicher ein starkes Team, denn in den Balkan-Ländern wird überall guter Fußball gespielt", meinte der Deutsche, schloss aber auch eine Überraschung in der ersten Runde (Spieltermine 12./13. und 19./20. Juli) nicht aus. "Man muss abwarten, vielleicht schaffen die Luxemburger ja eine Sensation."

"Wir sind auf jeden Fall Favorit"

Wer auch immer der Gegner sein wird, für Rapid-Sportdirektor Peter Schöttel steht fest: "Wir sind auf jeden Fall Favorit." Nun gelte es so schnell wie möglich, Erkundungen über die Kontrahenten einzuholen. "Wir kennen keine der beiden Mannschaften, erwarten aber, dass die Bosnier weiter kommen. Jetzt werden wir alle Hebel in Bewegung setzen, um Informationen über die Teams zu bekommen. Wir werden natürlich auch die Erstrundenbegegnungen beobachten", kündigte Schöttel an.

Zrinjski Mostar hatte sich zum hundertjährigen Klub-Jubiläum bereits Anfang Mai drei Runden vor Schluss den ersten Meistertitel der Vereinsgeschichte gesichert und lag am Ende zehn Punkte vor dem ersten Verfolger Zeljeznicar Sarajevo. Zrinjski ist Klub und Stolz des kroatischen Bevölkerungsteils. Der Klub hat schwere Zeiten hinter sich, im jugoslawischen Einheitsstaat war sogar der Name (der eines kroatischen Helden) verboten. Jetzt nimmt man erstmals am Europacup teil. Zrinjski hat übrigens wie Rapid seine Ultras, da könnten sich Anknüpfungspunkte ergeben.

Auch der erst 1991 gegründete Verein Düdelingen gab sich auf dem Weg zu seiner vierten Meisterschaft (ein Cupsieg) keine Blöße und setzte sich sechs Zähler vor Etzella Ettelbrück durch.

Zum vorläufig letzten Mal nimmt nur ein österreichischer Klub Anlauf auf die Eliteliga, denn ab der kommenden Saison sind dank der Verbesserung in der UEFA-Fünfjahreswertung auch der Vizemeister wieder in der Quali dabei. Sollten die Rapidler tatsächlich sowohl die zweite als auch die dritte Runde (Spieltermine 9./10. und 23./24. August, Auslosung am 29. Juli) überstehen, wären sie zum zweiten Mal nach 1996 und als erster österreichischer Vertreter seit Sturm Graz 2000/01 in der Champions League dabei. (red/APA)

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