Leitl bricht Lanze für "humane Marktwirtschaft"

12. Juli 2005, 13:30
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Frisch wiedergewählter Wirtschaftskammerpräsident äußert sich kritisch zum Vormarsch des "globalen Kapitalismus"

Wien - Der frisch wiedergewählte Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl (V) hat sich kritisch zum Vormarsch des Kapitalismus in seiner gegenwärtigen Form geäußert. "Wir wollen ein Gegenmodell zum globalen Kapitalismus praktizieren, das zugleich europäische Werte und österreichische Lebenskultur verbindet", erklärte Leitl am Donnerstag vor dem Wirtschaftsparlament in Wien. Leitl spricht sich für eine "humane Marktwirschaft" und Konsenspolitik aus - als Antwort auf die "vielfach auftretende Angst vor der Globalisierung".

Der Begriff "humane Marktwirtschaft" steht laut Leitl für die Verbindung einer nachhaltig und qualitativ wachsenden Wirtschaft "mit standortsichernder und sozial ausgleichender Politik und umfassender Lebensqualität für die Menschen". Es gehe um eine "kombinierte Wachstums- und Wertestrategie". Bei den Werten hätten vor allem Humanität, Solidarität und Partnerschaft zentrale Bedeutung, so der WKÖ-Präsident.

Plädiert für Lohnnebenkostensenkung und flexiblere Arbeitszeiten

Gleichzeitig sprach sich Leitl für Lohnnebenkostensenkung und flexiblere Arbeitszeiten aus, um auf die Herausforderungen im internationalen Wettbewerb besser reagieren zu können. Notwendig sei "ein einfaches, klares Steuersystem sowie keine unnötigen Belastungen durch anachronistische Werbe- und Bagatellsteuern". Mittel der Wirtschaft müssten künftig "weniger zur materiellen Versorgung der Arbeitslosen, sondern mehr zur Vermeidung von Arbeitslosigkeit verwendet werden" sollten.

Von der Regierung fordert er ein "weiteres Konjunkturstärkungspaket, falls sich die Konjunktursituation nicht bald verbessern sollte". (APA)

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