Wandern in der Au soll Gebühr kosten

3. Juli 2005, 21:29
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Rechnungshof übt Kritik an Parkverwaltung

Wien - In Niederösterreich zahlt man mindestens fünf Euro, wenn man einen Ausflug in den Nationalpark Donauauen machen will. Befindet man sich aber auf Wiener Gebiet, das ungefähr ein Drittel des gesamten Parks ausmacht, ist der Eintritt gratis.

Ein dem STANDARD vorliegender Rohbericht des Rechnungshofes empfiehlt nun, dass auch im Teil des Nationalparks, der zur Stadt Wien gehört - obere und untere Lobau sowie die Au um Mannswörth - Eintritt eingehoben werden soll. "Eine Einhebung von Gebühren widerspricht der Wiener Umweltpolitik. Wir wollen jedem Wiener Kind ermöglichen, im Rahmen einer kostenlosen Exkursion die Donauauen zu erkunden", weist Andreas Januskovecz, Leiter des Forstamts der Stadt Wien, den Vorstoß zurück. Die Stadt würde außerdem die Personalkosten selbst tragen, der Nationalparkgesellschaft entgehe also kein Geld.

Hintergrund ist die Forderung des Rechnungshofes nach einer Vereinheitlichung der gesamten Verwaltung des Nationalparks, der von der Lobau bis nach Hainburg reicht. Januskovecz betont, dass schon bisher die Vorgangsweise von Niederösterreich und Wien koordiniert wurde. Auch die anderen Kritikpunkte des Rechnungshofs, der den Wiener Donauauen ein zu langes Wegenetz und zu viel Fischerei attestiert, kann der Oberförster nicht nachvollziehen: Man arbeite ständig an einer Reduktion der begehbaren Wege, die untere Lobau werde mittelfristig zum Fischereischongebiet umgewandelt.

Für die Städter sind die Flussgebiete jedenfalls ein beliebtes Ausflugsziel: 650.000 Besucher suchen dort jährlich Entspannung. (kri, DER STANDARD - Printausgabe, 24. Juni 2005)

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