Kritik an Höhe der Richtwertmieten

12. Juli 2005, 14:10
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Arbeiterkammer: Zuschläge erhöhen den Richtwert oft um mehr als die Hälfte - Mit Infografik

Wien - Laut Arbeiterkammer Wien (AK) sind Richtwertmietwohnungen in Wien und auch in den Bundesländern zu teuer: Im Jahr 2004 betrug die durchschnittliche Richtwertmiete für Wohnungen der Kategorie A in Wien 11,50 Euro pro Quadratmeter und Monat. Schuld an den zu hohen Mieten seien vor allem diverse Zuschläge, die den Richtwert oft um mehr als die Hälfte erhöhen, kritisierte AK-Wohnexperte Franz Köppl am Donnerstag in einer Pressekonferenz.

Bei einer durchschnittlichen Miete von laut AK 8,77 Euro pro Quadratmeter und Monat wurden rund 4,50 Euro für Zuschläge veranschlagt. Hausbetriebskosten und Mehrwertsteuer kommen dazu. Die AK legte Berechnungen vor, wonach etwa für eine 70 Quadratmeter große Wohnung insgesamt 760 Euro Gesamtmiete bezahlt werden müssen - ein Mittelwert in den Preise für den teueren ersten Bezirk gar nicht aufgenommen wurden.

"Nicht mehr leistbar"

Für einen Durchschnittsverdiener sei dies nicht mehr leistbar, so Köppl. Bei einem mittleren Haushaltseinkommen müssten allein 42 Prozent für die Miete ausgegeben werden. Eine zu große Belastung seien diese Beträge vor allem für junge Familien, meinte Köppl.

Die AK forderte daher eine Obergrenze für die Zuschläge. Diese Grenze sollte bei maximal 25 Prozent des Richtwertes liegen, so Köppl. Wichtig sei auch die gesetzliche Definierung von Arten und Höhe der Zuschläge. Denn derzeit könnten Vermieter diese beliebig festlegen, kritisierte Köppl. Zuschläge werden derzeit etwa für gute Infrastruktur, besondere Lage oder eine besondere Ausstattung der Wohnungen verlangt.

Reduzierung gefordert

In manchen Bundesländern seien vor allem die Richtwerte selbst zu hoch und müssten dringend reduziert werden, forderte Köppl weiter. So läge der Richtwert in Vorarlberg derzeit bei 6,91 Euro pro Quadratmeter, auch in Salzburg und der Steiermark sei der Richtwert überhöht.

In Österreich könnten rund 400.000 Wohnungen nach dem Richtwertmiet-System vermietet werden. Rund 290.000 davon befinden sich in Wien. Als Richtwertmietwohnungen gelten vor allem Altbaumietwohnungen, die kleiner als 130 Quadratmeter sind und vor dem Jahr 1945 errichtet wurden. Insgesamt gibt es vier Kategorien. (APA)

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