Viele potenzielle Investoren für AgfaPhoto

12. Juli 2005, 15:08
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Insolventer Traditionsbetrieb soll nach Sanierungskurs bis August wieder auf eigenen Füßen stehen - Keine Hinweise auf vorsätzliche Insolvenzherbeiführung

Leverkusen - Für die insolvente AgfaPhoto GmbH gibt es eine Reihe potenzieller Investoren für einzelne Bereiche wie auch das Gesamtunternehmen. "Wir prüfen diese Gesprächsangebote zur Zeit sorgfältig und erarbeiten verschiedene Szenarien", sagte der Finanzchef des Unternehmens, der Sanierungsexperte Hans-Gerd-Jauch, am Donnerstag.

AgfaPhoto mit Sitz in Leverkusen und 1.800 Beschäftigten in Deutschland soll nach einem harten Sanierungskurs bis August wieder auf eigenen Füßen stehen.

Insolvenz Ende Mai beantragt

Das Unternehmen hatte Ende Mai die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Der frühere Mutterkonzern, der belgische Agfa-Gevaert-Konzern, hatte daraufhin zugesagt, offene Rechnungen vor Fälligkeit zu begleichen. So wurden die Fortsetzung der Produktion und die Zahlung der Gehälter für drei Monate gesichert. Jauch sagte, es sei unwahrscheinlich, dass das Unternehmen aus eigener Kraft wieder aus der Insolvenz herauskomme.

Der vorläufige Insolvenzverwalter Andreas Ringstmeier betonte, er rechne am 1. August mit einer Entscheidung über die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Bis dahin seien die Gehälter der Beschäftigten, davon 870 am Sitz in Leverkusen, gesichert.

Keine Hinweise auf Vorsatz

Jauch stellte klar, es gebe keine Hinweise darauf, "dass die Gesellschafter, das Management oder die frühere Muttergesellschaft diese Insolvenz in irgendeiner Weise vorsätzlich herbeigeführt haben." Es gebe auch keine Hinweise dafür, dass Geld auf ungesetzliche Weise verschwunden sei, sagte er mit Blick auf entsprechende Medien- Berichte.

Bei Gründung der Gesellschaft im November 2004 war von 72 Mio. Euro Barvermögen die Rede, nach jüngsten Zahlen von nur 22 Millionen. Dazu erklärte Jauch, an Barbeständen seien tatsächlich lediglich 22 Mio. Euro bei der AgfaPhoto-Gründung vorhanden gewesen. Bei den genannten weiteren 50 Mio. Euro habe es sich um einen "Kreditrahmen" gehandelt. Ein Sprecher der Kölner Staatsanwaltschaft sagte nach Vorermittlungen, es gebe keinen Anfangsverdacht gegen Verantwortliche der GmbH. "Wir sind nicht aktiv, aber wir beobachten und sind im ständigen Kontakt mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter." (APA/dpa)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Die Agfa-Firmenzentrale in Leverkusen.

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