"Der Zufall hat kein Gedächtnis"

3. Juli 2005, 19:49
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Statistiker zum Lotto-Glück: Jede Zahlenkombination hat die gleiche Wahrscheinlichkeit, ausgewählt zu werden

Wien - Wer sich angesichts des ersten Vierfach-Jackpots in der 18-jährigen Geschichte von "6 aus 45" beim Tippen um eine "besonders wahrscheinliche Zahlenkombination" bemüht, strengt sich laut Werner Müller, Professor am Institut für Mathematik und Statistik der Wirtschaftsuniversität (WU) völlig umsonst an. "Sofern der Mechanismus bei der Ziehung in Ordnung ist - und davon gehe ich aus - hat jede Zahlenkombination die gleiche Wahrscheinlichkeit, ausgewählt zu werden", sagte Müller.

Mit anderen Worten, man könnte getrost "1, 2, 3, 4, 5, 6" oder sonst irgend eine unwahrscheinlich anmutende Kombination ankreuzen, ohne seine Chancen zu schmälern. Auch eine Beobachtung, welche Zahlen oder Kombinationen in der Vergangenheit häufig vorkamen, hat laut dem Experten keinen Sinn, denn: "Der Zufall hat kein Gedächtnis".

Tipps

Ein paar Tipps kann der Statistik-Professor den Lotto-Spielern dennoch geben. So könnte man die Wahrscheinlichkeit leicht erhöhen, dass man im Falle des großen Glücks möglichst alleine ist, also im Idealfall einen Solosechser ergattert. "Viele Menschen tippen irgendwelche Geburtsdaten, daher ist man mit Zahlen ab 32 oder auch sehr ungewöhnlichen Kombinationen eher alleiniger Tipper der Reihe.

Der Grund, warum viele Menschen so begeistert Lotto spielen, ist für den WU-Professor die Erkenntnis, dass "der Nutzen des Geldes nicht linear ist". Die Aussicht, irgendwann möglicherweise sehr viel Geld zu bekommen, wiegt offenbar schwerer, als über lange Zeit immer wieder eine geringe Summe zu verlieren. "Das ist eine legitime Motivation", meinte der Mathematiker. Müller spielt übrigens "auch diesmal nicht". (APA)

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    Der richtige Tipp? In den Sternen!

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