Fabrikbesitzer auf Hawaii wegen Sklaverei verurteilt

12. Juli 2005, 15:08
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US-Gericht verhängte 40 Jahre Haft - Textilfabrikant hatte 200 Chinesen und Vietnamesen in Amerikanisch-Samoa festgehalten und zur Arbeit gezwungen

Honolulu - Ein Gericht im US-Bundesstaat Hawaii hat den Eigentümer einer Textilfabrik wegen Sklaverei und Körperverletzung zu 40 Jahren Haft verurteilt. Der 52-jährige Südkoreaner Kil Soo Lee muss außerdem 1,8 Millionen Dollar (1,5 Millionen Euro) Schadenersatz zahlen.

Er hatte in seiner Fabrik in Amerikanisch-Samoa 200 Chinesen und Vietnamesen festgehalten und mehr als zwei Jahre für sich arbeiten lassen. Sie bekamen nur wenig zu essen und wurden geschlagen.

Beschuldigter beteuert Unschuld

Lee beteuerte am Mittwoch seine Schuldlosigkeit und erklärte, die Beweise seien gefälscht. Richterin Susan Oki Mollway sah die Schuld des Angeklagten jedoch als erwiesen an und sprach von einem abscheulichen Verbrechen.

Lees Anwalt Earle Partington kündigte Berufung an. Er erklärte, das Verfahren hätte in Amerikanisch-Samoa und nicht im 3.700 Kilometer entfernten Hawaii verhandelt werden müssen.

Zeugen hatten unter Tränen von ihren zerbrochenen Träumen und schrecklichen Ängsten in ihrer Zeit bei Lee berichtet. Die Fabrik lieferte Kleidung unter anderem für die Kaufhauskette J.C. Penny. (APA/AP)

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