SP-Moser: Schüssels Austrokapitalismus schlägt zurück

12. Juli 2005, 13:57
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Junge Wirtschaft gegen "Krankreden": Gründungen sind Wachstumsmotor

Wien - Den Anstieg der Firmenpleiten und Privatkonkurse in Österreich ist für SPÖ-Wirtschaftssprecher Johann Moser "höchst alarmierend".

"Die österreichische Regierung ist mit ihrer Wirtschaftspolitik auf allen Ebenen gescheitert", sagte Moser am Mittwoch gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. "Diese Form des Schüssel'schen Austrokapitalismus treibt immer mehr Österreicher in die Armutsfalle".

"Belastungspolitik"

Als Ursache für die um 15,1 Prozent gestiegenen Unternehmensinsolvenzen und um 17,9 Prozent gestiegenen Privatkonkurse sieht Moser die heimische "Belastungspolitik".

Dazu gehörten unter anderem die aktuell diskutierte Handymasten-Steuer, die zahlreichen Gebührenerhöhungen und die Selbstbehalte bei der Krankenversicherung.

"Immer mehr Leute haben immer weniger Geld in der Tasche und können immer weniger ausgeben", so Moser, "das bewirkt, dass immer mehr Klein- und Mittelunternehmen in Folge weniger verkaufen und daher weniger investieren".

Dies führe nicht nur zu steigender Arbeitslosigkeit, sondern auch zu steigenden Konkurszahlen. Moser sprach von einer völlig verfehlten Entwicklung, "wenn ein paar Spitzenmanager Millionen Euro an Einkommen kassieren und gleichzeitig mehr als eine Million Österreicher in die Armutsfalle getrieben werden".

JWÖ gegen "krankreden"

Positiver sieht die Junge Wirtschaft Österreich (JWÖ), Interessenvertretung für Jungunternehmer, die vom Kreditschutzverband (KSV) vorgelegten Zahlen: "Niemand will etwas schönreden. Auch wir sehen die steigenden Konkurszahlen mit Besorgnis. Aber wir sind auch dagegen, dass die Lage krankgeredet wird. Die Gesamtzahl der Unternehmen in Österreich steigt ständig. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache", sagt Bundesgeschäftsführer Rainer Ribing am Mittwoch in einer Aussendung.

So seien etwa die Insolvenzen von 1995 - 2004 um 20 Prozent gestiegen, die Zahl der Unternehmen jedoch um 34 Prozent. 2005 würden 7.000 Insolvenzen erwartet, allerdings auch wieder 30.000 Gründungen. 2005 werden voraussichtlich 21.000 Dienstnehmer ihren Job auf Grund von Firmeninsolvenzen verlieren.

90.000 Arbeitsplätze geschaffen

Insgesamt hätten nach Berechnungen des METIS-Instituts die 2004 neu gegründeten Unternehmen 2005 direkt und indirekt fast 90.000 Arbeitsplätze geschaffen. "Der Saldo ist also eindeutig positiv und spricht für die Gründer. Neue Unternehmen sind der Motor für Wachstum und Jobs", so Ribing.

Natürlich könne nicht jede Gründung funktionieren - manche scheitern, aber viel mehr schaffen den Sprung zum Unternehmertum. Auch darüber müsse man reden, nicht nur über Pleite-Statistiken. (APA)

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