Österreich an der Europa-Spitze

12. Juli 2005, 13:57
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Insolvenzrate bei 1,8 Prozent 2004 - Durchschnitt in Westeuropa 0,6 Prozent - KSV: In Österreich relativ wenig Unternehmen

Wien - Im internationalen Vergleich ist Österreich bei den Unternehmensinsolvenzen Europa-Spitze. Mit einer Insolvenzrate von 1,8 Prozent im Jahr 2004 liegt Österreich im Feld der westeuropäischen Länder an erster Stelle.

Durchschnittlich beträgt die Insolvenzrate, also der Anteil der insolventen Unternehmen an der Gesamtzahl der Unternehmen, in Europa 0,6 Prozent, geht aus einer vom Kreditschutzverband (KSV) präsentierten Insolvenzstatistik für 2004 hervor.

6318 Firmenpleiten in 2004

Im Gesamtjahr 2004 wurden in Österreich 6318 Firmenpleiten bei insgesamt 346.000 aktiven Unternehmen verzeichnet. Im Westeuropa-Vergleich lag hinter Österreich Luxemburg mit 1,6 Prozent Insolvenzrate an zweiter Stelle, gefolgt von Frankreich mit 1,4 Prozent und Deutschland mit 1,3 Prozent.

Am unteren Ende der Skala findet sich Spanien mit abgerundeten 0,0 Prozent Unternehmensinsolvenzen (970 Fälle), Griechenland mit 0,1 Prozent (577 Fälle) und Irland mit 0,2 Prozent (326 Fälle).

Die größten Zuwächse im Vorjahr, verglichen mit 2003, verzeichneten Portugal (+ 31 Prozent) und Griechenland (+20 Prozent). Der Gesamtrückgang der Firmenpleiten in Westeuropa (- 0,3 Prozent) lässt den Zuwachs in Österreich um 12 Prozent, gepaart mit der höchsten Insolenzrate Westeuropas (1,8 Prozent) laut Hans-Georg Kantner vom KSV als "Kombinationssieg im negativen Bereich" erscheinen.

Weniger Pleiten in Osteuropa

Bei einem auch Osteuropa umfassenden Vergleich der Firmenpleiten hält Österreich den Spitzenplatz gemeinsam mit Kroatien (beide 1,8 Prozent Insolvenzrate). Insgesamt gingen die Unternehmensinsolvenzen in Osteuropa im Vorjahr um 10,7 Prozent zurück.

Die osteuropäischen Länder seien jedoch auf Grund unterschiedlicher Insolvenzgesetzgebungen nur bedingt vergleichbar, wurde von KSV-Geschäftsführer Johannes Nejedlik betont.

Der negative Spitzenplatz Österreichs bei der Insolvenzrate ist aus KSV-Sicht auch aus der international vergleichsweise geringen Anzahl von Unternehmen zu erklären. Gegenüber 280.000 Unternehmen vor 10 Jahren waren Ende 2004 ca. 346.000 Unternehmen in Österreich aktiv, eine jährliche Zuwachsrate von 2,4 Prozent. (APA)

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