Grüne für Flächendeckende BSE-Tests

2. Juli 2005, 19:38
posten

Konsequente Vorsorgepolitik statt Kaputtsparen der Lebensmittelkontrolle

Wien - "Ob die Kontrolle funktioniert, wie die Minister Josef Pröll (V) und Maria Rauch-Kallat (V) behaupten, muss jetzt genau überprüft werden, da es in den vergangenen Jahren massive Einsparungen im Bereich Lebensmittelsicherheit und BSE-Tests gab", so Wolfgang Pirklhuber, Landwirtschaftssprecher der Grünen. In der Aussendung vom Mittwoch brachte er sein Mitgefühl mit dem BSE-geschädigten kleinbäuerlichen Betrieb zum Ausdruck. Dieser sei wahrscheinlich Opfer von verseuchtem Futter.

"Spätestens jetzt muss Pröll die Strafbestimmungen im Futtermittelrecht an das Lebensmittelrecht anpassen, denn Verstöße gegen diese Bestimmungen werden in Österreich immer noch als Kavaliersdelikt behandelt", betonte der Politiker. So wären höhere Geldstrafen bzw. Ersatzfreiheitsstrafen möglich. Weiters forderte er, die flächendeckenden BSE-Kontrollen beizubehalten und eine Vertretung dieses Standpunktes auf EU-Ebene.

Auf Grund der kleinen Struktur der österreichischen Landwirtschaft wurden bisher nur zwei BSE-Fälle entdeckt und damit ist die Risikolage immer noch bedeutend besser als in vielen anderen europäischen Ländern. "Es hat sich gelohnt, in Österreich schon Anfang der neunziger Jahre vorsorglich auf Tiermehl bei Wiederkäuern zu verzichten. Jetzt muss dieses Vorsorgeprinzip auch durch den Verzicht auf gentechnisch veränderte Import-Futtermittel wie Soja oder Mais angewendet werden. So kann schon heute der mögliche Futtermittel-Gau von morgen vermieden werden", erklärte der Grüne. (APA)

Share if you care.