Zur Entschleunigung der Handygesellschaft

19. Juli 2005, 15:49
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One entspannt mit UMTS-Radio

Kaum hatte One Mittwoch sein UMTS-Radioprogramm fürs Handy präsentiert, ließ Konkurrent "3" verlauten: Wir haben "den ersten mobilen digitalen Fernsehsender", den ein Mobilfunker in Österreich betreibt, für Extremsport übrigens. A1 meldete auch Radioprogramme über UMTS. Aber keine eigenen.

One lässt Lounge FM "entschleunigtes" Programm zuliefern, betrieben vom österreichischen Energy-Kleingesellschafter Florian Novak und dem deutschen Radioprofi Markus Langemann. Novak betont nicht von ungefähr, dass Lounge FM über UMTS "unabhängig von Medienbehörden" ist: Bewerbungen um Ukw-Frequenzen in Berlin und Linz blieben unerhört.

Warum Radio?

Handys sind nun einmal zum Hören gedacht und nicht zum Sehen, erklärt Florian Pollack, zuständig für Strategie und Kommunikation bei One. Bis September, wahrscheinlich Oktober, liefern Lounge FM und One kostenlosen Musikteppich zwischen Cafe del Mar und Chillout, werbefrei, aber durchsetzt mit wenigen Wortbeiträgen von Lounge-Musikchef und Labeleigner Walter Gröbchen.

Ab Herbst dann soll das Angebot laut Pollack "unter zehn Euro" pro Monat extra kosten. 120.000 UMTS-Kunden hat sich One bis Jahresende vorgenommen, 12.000 davon sollten Lounge FM nutzen. 28.000 könnten heute in Wien zeitgleich mit voller Bandbreite lauschen.

Im Schnitt reichen die Handy-Akkus derzeit für drei Stunden, sagt Pollack, Nokia spricht von einem Tag.

Fällt ORF-Gebühr damit auch für UMTS-Handys an? Unterwegs nicht. Und daheim? Haushalte ohne klassisches Radio gibt es ohnehin kaum, heißt es bei der zuständigen ORF-Tochter GIS. (fid/DER STANDARD, Printausgabe, 23.6.2005)

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