Alle weiteren Kühe negativ getestet

2. Juli 2005, 19:38
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Sieben weitere Kühe von Bergbauernbetrieb waren gesund - alle wurden in Kleinbetrieb hochgezogen

Einen Tag nach dem Bekanntwerden des BSE-Falls im Kleinwalsertal gab es am Mittwoch leichte Entspannung: Die Proben der anderen geschlachteten Rinder des betroffenen Hofes ergaben ein negatives Ergebnis, teilte Landwirtschaftsminister Josef Pröll am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Riezlern mit.

Andere Kühe alle negativ getestet

Der BSE-Test der anderen sieben Kühe des betroffenen Bauernhofs im Kleinwalsertal ist negativ ausgefallen. Alle Tiere waren gesund, das erklärte Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat (V), am Mittwochvormittag am Rande einer Pressekonferenz in Wien.

Nur Jungtiere nicht geschlachtet

"Das System hat lückenlos funktioniert", betonte der Landwirtschaftsminister. Österreichisches Rindfleisch sei auch in Zukunft sicher. Auf dem betroffenen Hof wurden am Dienstag vier Kühe, zwei Jungrinder und zwei Kälber geschlachtet. Nicht getestet wurden in Innsbruck auf Grund ihres Alters die beiden jüngsten Tiere, da bei ihnen laut Bernhard Zainer, Stellvertretender Vorarlberger Landesveterinär, der Nachweis einer Erkrankung in keinem Fall möglich gewesen wäre.

Damaliges Futter kann nicht mehr getestet werden

Die Ursache für die BSE-Erkrankung der Kuh namens Brüna, die am 31. März 1994 auf dem Hof geboren worden ist, blieben jedoch weiter unklar. Laut Pröll gebe es einen wissenschaftlich nachgewiesenen Zusammenhang zwischen BSE-Erkrankungen und Tiermehlverfütterung. Die Sprecherin von Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat (V), Daniela Reczek, wies darauf hin, dass es keine Reste jenes Futtermittels gebe, das zuletzt 1994 an die damals noch junge Kuh verabreicht worden ist. Daher könnte keine entsprechenden Überprüfungen mehr vorgenommen werden.

Pröll will Kontrollen beibehalten

Überlegungen seitens der EU, die ganz strengen Kontrollen aufzuweichen, erteilte Pröll erneut eine klare Absage. "Ich werde alles tun, dass die Kontrollen beibehalten werden", so der Landwirtschaftsminister. Im Sinne der Konsumenten müsse für Beprobung und die Agrarpolitik insgesamt Geld bereitgestellt werden. In dieser Hinsicht wurde er auch von den Grünen sowie Global 2000 unterstützt.

Tests innerhalb von 24 Stunden

Dass zwischen dem Tod der Kuh am 26. Mai und dem konkreten Verdacht einer BSE-Erkrankung am 17. Juni mehr als drei Wochen vergangen sind, konnten weder Pröll noch der Stellvertretende Vorarlberger Landesveterinär Bernhard Zainer erklären. Die Untersuchung war in Deutschland vorgenommen worden. In Österreich würde bei geschlachteten Tieren die Beprobung innerhalb von 24 Stunden vorgenommen, bei verendeten Exemplaren, die nicht für den Verzehr vorgesehen sind, gibt es eine andere Priorisierung - innerhalb von zwei bis drei Tagen liege ein Resultat vor.

Späte Information

Dass die Öffentlichkeit nicht schon bei Auftreten des Verdachtsfalls informiert wurde, begründete Rauch-Kallat damit, dass solche immer wieder auftreten und sich danach nicht bestätigen. "Wir wollten nicht ohne Not beunruhigen."

Tiere wurden in Kleinbetrieb hochgezogen

Über den betroffenen Bergbauern meinte der Sprecher von Umwelt- und Landwirtschaftsminister Pröll: "Da hat es den absolut Falschen getroffen". Der Mann im Pensionsalter hat den Kleinbetrieb selbst hochgezogen und nachhaltige Wirtschaft betrieben. Der Ressortchef telefonierte noch am Dienstag mit dem Bauern und wollte ihn am Mittwoch auf seinem Hof besuchen. Der 66-Jährige sitzt nun in einem leeren Betrieb - und an einen Neuanfang glaubt eigentlich niemand. "Den Ausstieg hat er sich sicher anders vorgestellt", meinte Prölls Sprecher.

Tier verendete plötzlich

Das Tier namens Brüna, ist am 31. März 1994 auf dem Hof geboren worden. Das Rind war Ende Mai plötzlich verendet, nachdem es von der Weide in den Hof zurückgekehrt war. Danach wurde der Kadaver nach Deutschland in eine Tierkörperverwertung gebracht. Dort wurde ein routinemäßiger BSE -Test durchgeführt, der einen Verdachtsfall nahe gelegt hat. Die Möglichkeit, dass sich das elf Jahre alte Rind eine so genannte Spontaninfektion zugezogen hat, ist allerdings gering. Die Chancen stehen 1:1.000.000. Rauch-Kallat betonte, dass auch eine Verwechslung von Proben - wie es 2001 in Niederösterreich passiert war - in diesem Fall völlig auszuschließen sei.

Keine Fütterung mit Tiermehl am Hof

Wie sich das Tier mit BSE infiziert hat, ist noch völlig rätselhaft. Auf dem Bergbauernhof wurde weder mit Tiermehl gefüttert, noch traten andere Risikofaktoren zu Tage. Zur Nahrungsaufnahme wurden die Tiere auf die betriebseigenen Weiden geführt, hieß es bei der Pressekonferenz von Maria Rauch-Kallat und Josef Pröll.

Hof gechlossen

Der betroffene Hof wurde inzwischen geschlossen, es ist unwahrscheinlich, dass der 66-jährige Bergbauer seinen Betrieb wieder bewirtschaften wird. Die Ministerin betonte, dass kein Fleisch des betroffenen Hofes ungetestet Fleisch in die Nahrungskette gelangt sein kann. (APA)

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