Ford streicht 1.750 Stellen in den USA

12. Juli 2005, 15:19
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Gewinnausblick gesenkt - Personalkosten außerhalb Nordamerikas bereits auf dem Prüfstand - Bonuszahlungen für Manager des Unternehmens 2005 gestrichen

Detroit - Der mit massiven Absatzproblemen in Nordamerika kämpfende US-Autobauer Ford hat seinen Gewinnausblick für das laufende Jahr gesenkt. Gleichzeitig kündigte der Konzern weitere Stellenstreichungen in den USA an.

1.750 Jobs werden gestrichen

Wegen der sinkenden Verkaufszahlen will der zweitgrößte US-Autokonzern zunächst weitere 1.750 Stellen im Verwaltungsbereich in Nordamerika streichen. Die Maßnahme solle ab dem 1. Oktober in Kraft treten und betreffe rund fünf Prozent der 35.000 Angestellten in den USA und Kanada, teilte der Konzern am Dienstag (Ortszeit) in Detroit mit. Erst im April hatte Ford 1.000 Stellen gestrichen.

Zugleich nahm Ford erneut seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr auf nun 1,00 bis 1,25 Dollar je Aktie zurück. Zuletzt hatte das Unternehmen noch mit 1,25 bis 1,50 Dollar gerechnet. Analysten erwarten weitere Jobkürzungen. Der Konzern prüft bereits Möglichkeiten zur Senkung der personalbezogenen Kosten außerhalb Nordamerikas, kündigte Ford an, ohne dies zu erläutern. Darüber hinaus entfielen 2005 weltweit die Bonuszahlungen für Manager des Unternehmens.

Ford-Aktien reagierten auf die Nachricht im nachbörslichen Handel mit einem Minus von drei Prozent auf 10,81 Dollar. An der Wall Street hatten die Papiere zuvor mit 11,17 Dollar geschlossen.

Massive Absatzprobleme bei "Benzinfressern"

Die Ratingagentur Fitch sah in der reduzierten Gewinnprognose des Konzerns keinen Grund für eine unmittelbare Neubewertung der Bonität von Ford. Der Rating-Ausblick bleibe jedoch negativ, teilte Fitch mit. Die Konkurrentin Moody's Investors Service lehnte eine Stellungnahme ab, während bei Standard & Poor's zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen war. Die Ratingagenturen hatten jüngst die Bewertung für Schuldentitel von Ford auf knapp über spekulatives Niveau reduziert.

Wegen der hohen Benzinpreise kämpfen Ford und der größere Konkurrent General Motors in diesem Jahr mit Absatzproblemen. Vor allem die großen und mittleren sportlichen Geländewagen (SUV), die zuvor viel Geld in die Kassen der Konzerne gespült hatten, werden wegen ihres großen Benzindurstes von den Kunden kaum mehr nachgefragt. (APA/Reuters)

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    Erst im April hatte Ford angekündigt, 1.000 Stellen streichen zu wollen. Nun müssen weitere rund 1.750 Mitarbeiter gehen.

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