Experte: Milchkuh war Risikotier

2. Juli 2005, 19:38
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Zum Zeitpunkt der Geburt des Rindes war Kraftfutter mit Tiermehl versetzt noch erlaubt

Wien - Der zweite Fall von BSE in Österreich überrascht BSE-Experten nicht. Die betroffene Milchkuh aus einem Bergbauernbetrieb im Vorarlberger Kleinwalsertal sei ein "Risikotier" gewesen, sagte der Wiener Neurologe und Prionen-Forscher Herbert Budka in der "Zib 3" in der Nacht auf Mittwoch. Die Kuh sei 11 Jahre alt gewesen. Zum Zeitpunkt der Geburt des Rindes sei Kraftfutter, das mit Tiermehl versetzt wurde, noch erlaubt gewesen.

Außerdem gebe es enge Verbindungen nach Bayern, ergänzte Budka. In dem deutschen Bundesland wurden schon mehr als 100 Fälle von BSE bestätigt. Der zweite österreichische Fall habe den Experten daher "nicht wirklich gewundert".

Risikotiere sollten weiterhin lückenlos und flächendeckend getestet werden, betonte Budka in Hinblick auf Erwägungen in der EU, die BSE-Regeln zu lockern. Der Vorschlag, statt flächendeckend nur mehr stichprobenartig zu kontrollieren, sei abgesehen von Risikotieren aber durchaus überlegenswert. "Der Sinn der Tests ist nicht, das Fleisch sicherer zu machen, sondern einen Überblick zu bekommen, wie die Risiko-Situation im Land ist." Und die sei weitgehend bekannt.

"Nach allem, was wir wissen, gibt es in Österreich ein sehr niedriges BSE-Risiko." Dieses sei "um Zehner-Potenzen" niedriger als in den Nachbarstaaten. (APA)

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