Veterinär vermutet verunreinigtes Kraftfutter als Ursache

2. Juli 2005, 19:38
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Wissenschafter rätseln über Infektionsursache

Bregenz - Der Vorarlberger Landesveterinär Erik Schmid vermutet verunreinigtes Kraftfutter als Auslöser für die BSE-Erkrankung der Kuh im Kleinwalsertal. "Sonst bliebe an sich nur noch die wissenschaftlich noch nicht erwiesene Möglichkeit eines spontanen Auftretens", sagte Schmid bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Vorarlberger Agrar-Landesrat Erich Schwärzler (V) am Dienstagabend.

Infektion vor 1995 vermutet

In Vorarlberg werden seit dem Jahr 2000 flächendeckend Kontrollen der Futtermittel auf Tiermehlhaltigkeit durchgeführt, betonte Schwärzler. Zuvor seien stichprobenartige Kontrollen vorgenommen worden. In Anbetracht der langen Inkubationszeit von fünf bis acht Jahren könne nicht ausgeschlossen werden, dass sich das Rind in der Zeitspanne von 1994 bis 1998 durch mit Tiermehl verunreinigtes Kraftfutter infiziert habe, sagte Landesveterinär Schmid. Die 1994 geborene Kuh falle bereits in die Zeit nach dem 1991 in Österreich erlassenen Tiermehl-Verfütterungsverbot. In Deutschland, von wo die Landwirte im Kleinwalsertal größtenteils ihr Kraftfutter beziehen, sei dieses Verbot allerdings erst 1995 erlassen worden.

Der Hauptlieferant dieses Gebietes hat nach Angaben von Schwärzler auf Anfrage im Dezember 2000 aber bestätigt, dass "seit mehreren Jahrzehnten" kein Tiermehl eingesetzt werde. Im Jänner 2001 seien im Kleinwalsertal insgesamt zehn Futtermittelproben mit unbedenklichem Befund auf Tiermehlfreiheit gezogen worden, so Schwärzler.

Der Vorarlberger Agrar-Landesrat unterstrich, dass er von einem Einzelfall ausgehe. Das Land werde weiterhin verlangen, "dass Futtermittel Tiermehl-frei sein müssen". Jeder Betrieb werde kontrolliert und müsse diesen Nachweis erbringen, so Schwärzler. Schmid seinerseits betonte, dass man größtmögliche Sicherheit vor BSE erreichen könne, indem "Tiermehl aus der Futterkette für Kühe und das Risikomaterial aus der Ernährungskette für Menschen" entfernt werde. Untersucht werden müssten in erster Linie die älteren Risikotiere. (APA)

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