Pinochet vor Gerichtstermin wieder im Krankenhaus

6. Juli 2005, 19:35
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Wegen länger geplanten Untersuchungen - Klägeranwälte: Ex-Diktator schützt Verhandlungsunfähigkeit vor

Santiago de Chile - Der frühere chilenische Diktator Augusto Pinochet ist am Montag - einen Tag vor einem wichtigen Gerichtstermin - in das Militärkrankenhaus in der Hauptstadt Santiago gebracht worden. Es handle sich aber nur um seit längerem geplante Untersuchungen, sagte sein Sprecher Guillermo Garin. Zuletzt war Pinochet vor knapp zwei Wochen wegen einer Ohnmacht im Krankenhaus.

Das Berufungsgericht in Santiago will an diesem Dienstag über die mögliche Aufhebung seiner Immunität im Zusammenhang mit der Ermordung von Oppositionellen und Regimegegnern in der Mitte der 70er Jahre beraten.

Der 89-Jährige ist schon mehrmals kurz vor wichtigen Gerichtsentscheidungen über seine strafrechtliche Verantwortung für Verbrechen während der Diktatur (1973-1990) ins Krankenhaus gebracht worden. Seine Verteidiger argumentieren, er sei für einen Strafprozess schon zu alt. Klägeranwälte betonten jedoch, Pinochet schütze eine Verhandlungsunfähigkeit nur vor. (APA/dpa)

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    Pinochet-Anhängerinnen vor dem Krankenhaus in Santiago

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