Duell der Teststrecken: Voitsberg will vor Spielberg an den Start

12. Juli 2005, 15:15
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Konsortium von Baufirmen will 15 Millionen Euro investieren - Zusagen von Remus und Magna

Graz - Während das dieser Tage von der Politik verkündete Projekt "Spielberg neu" noch in der ersten Planungsphase steckt - die Rede ist von einem Motorsportzentrum, das in erster Linie als Teststrecke und für Events dienen soll - probiert es ein privates Konsortium auf der Überholspur: 15 Mio. Euro sollen in ein "Auto-Test-Center ATC Voitsberg" investiert werden, das am Dienstag in Graz vorgestellt wurde. Die UVP läuft bereits und Baubeginn soll noch heuer sein.

Hans-Werner Frömmel und Stephan Gillich von den Projektbetreibern Mandlbauer GesmbH und Porr AG glauben, die besseren Karten für eine Versuchs- und Teststrecke im weststeirischen Voitsberg zu besitzen: "Unser Projekt steht".

Das Konzept, das auch der Landesregierung bekannt sei, liege seit Ende 2004 der Behörde vor, die UVP sei Ende Mai d.J. eingereicht worden.

Baubeginn im Herbst realistisch

Ein Baubeginn sei für den Spätherbst realistisch. Nebenbei möchten die Betreiber des ATC auch eine Gleichbehandlung mit Spielberg, d.h. eine 15-prozentige Förderung durch die öffentliche Hand erreichen.

Das 47 Hektar große Geländer liegt auf dem geschlossenen Kohletagbau Zangtal-West, das sich im Besitz der Stadtgemeinde Voitsberg befindet und eigne sich topografisch wegen der Muldensituation sehr gut.

Weiteres Asset: Die Entfernungen von Graz und zu den Standorten des Autoclusters seien gering. Dass Magna an Spielberg Interesse signalisiert hat, irritiert Frömmel nicht: "Wir haben eine Zusage aus der Vorstandsebene und haben das Projekt auf die Wünsche von und in Kooperation mit Magna erstellt".

Remus als fixer Tester

Als fixer Tester gilt der Auspuff-Erzeuger Remus, auch die Austria Automotive GmbH Dekra überlegt eine Ansiedelung auf dem Areal. Geplant sind eine ovale Industrieteststrecke, die die Begrenzung nach außen bildet, sowie vier Trainingsstrecken, die zum Teil auch parallel genutzt werden können.

Mit dabei auch Walter Penker, der von 1983 bis 1996 Sicherheitstrainings auf dem Ö- bzw. A1-Ring angeboten hat. Er will die Angebote der Automobilclubs mit "Realspeed-Trainings" und Rennfahrer-Fortbildungskurse bereichern.

Zwar sind auch Motorsportveranstaltungen mit bis zu 3.000 Besuchern möglich, die Betreiber sind aber bemüht, diesen Aspekt nicht zu sehr in den Vordergrund zu spielen: Es werde keine Hochbauten und keine Hubschrauber-Landeplatz sowie genau geregelte Betriebszeiten geben, so Projektleiter Gerhard Pammer.

"Wir wollen eine Sicherheitsteststrecke, kein Klein-Spielberg", unterstrich der Voitsberger Bürgermeister Ernst Meixner.

Weiter Teststrecken

Neben den aktuellen Projekten Spielberg und Voitsberg, die von den Konzepten her eine gewisse Konkurrenz zu einander bilden, sind in jüngster Vergangenheit eine Reihe kleinerer Test- und Trainingsstrecken in der Steiermark entstanden. So haben beide Automobilklubs in neue Anlagen investiert, AVL-List hat nördlich von Graz eines Teststrecke gebaut. (APA)

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